Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Wissenscenter · Abscheidung

Abscheider, Filter und Filtertechnik

Abscheider und Filter trennen Staub, Späne, Rauch oder andere Stoffe vom Luftstrom. Welche Technik geeignet ist, hängt von Medium, Partikelgrösse, Materialmenge, Betriebsweise, gewünschter Luftqualität und möglichen Sicherheitsanforderungen ab.

Warum die Abscheidung zur Anwendung passen muss

Nicht jedes Filterprinzip eignet sich für jedes Medium. Grobe Späne können häufig bereits mechanisch vorabgeschieden werden. Feine Stäube oder Rauch benötigen dagegen geeignete Filtermedien und ausreichend Filterfläche.

Zusätzlich beeinflussen Feuchtigkeit, Klebrigkeit, Temperatur, Abrasivität, Brandverhalten und mögliche Explosionsgefahren die technische Ausführung. Auch der Materialaustrag und die spätere Entleerung gehören zur Auswahl der Abscheidetechnik.

Filter und Abscheider als Gesamtsystem betrachten

Abscheideprinzip, Filterfläche, Abreinigung, Austrag, Ventilator, Überwachung und Betriebsweise müssen aufeinander abgestimmt sein. Ein hochwertiges Filterelement allein gewährleistet noch keine funktionierende Gesamtanlage.

Die Auswahl in fünf Schritten

1

Medium bestimmen

Stoffart, Partikelgrösse, Menge und besondere Eigenschaften klären.

2

Vorabscheidung prüfen

Grobe oder schwere Bestandteile möglichst vor dem Filter trennen.

3

Filter auslegen

Filtermedium, Fläche, Belastung und Abreinigung bestimmen.

4

Austrag planen

Materialmenge, Behälter, Entleerung und Unterdruck berücksichtigen.

5

Betrieb überwachen

Differenzdruck, Filterzustand und Störungen kontrollieren.

Grundlegende Abscheideprinzipien

Schwerkraftabscheidung

Bei reduzierter Luftgeschwindigkeit können schwere Partikel aus dem Luftstrom absinken. Das Prinzip eignet sich vor allem für gröbere Materialien und wird häufig als Vorstufe eingesetzt.

Fliehkraftabscheidung

In einem Zyklon wird der Luftstrom in Rotation versetzt. Schwerere Partikel werden durch Fliehkraft nach aussen geführt und nach unten ausgetragen.

Oberflächenfiltration

Partikel werden auf oder nahe der Oberfläche eines Filtermediums zurückgehalten. Der entstehende Filterkuchen kann die Abscheidung beeinflussen und muss kontrolliert abgereinigt werden.

Tiefenfiltration

Partikel werden innerhalb der Struktur eines Filtermediums zurückgehalten. Diese Filter werden je nach Anwendung ersetzt und nicht beliebig regeneriert.

Nassabscheidung

Partikel oder Stoffe werden mithilfe einer Flüssigkeit aus dem Luftstrom abgeschieden. Dabei entstehen zusätzliche Anforderungen an Wasserführung, Schlammbehandlung, Korrosion und Entsorgung.

Kombinierte Abscheidung

Mehrere Stufen können hintereinander eingesetzt werden, etwa Zyklon zur Vorabscheidung und Filter für verbleibende Feinpartikel.

Zyklonabscheider

Ein Zyklon nutzt die Fliehkraft, um gröbere oder schwerere Partikel aus dem Luftstrom zu trennen. Er besitzt keine klassischen Filterelemente und kann deshalb bei geeigneten Medien als robuste Vorabscheidung eingesetzt werden.

Die Abscheideleistung hängt unter anderem von Bauform, Volumenstrom, Partikelgrösse, Materialdichte und Betriebszustand ab. Ein Zyklon ersetzt bei feinen Stäuben nicht automatisch einen nachgeschalteten Filter.

Vorteil Zu beachten
Keine klassischen Filterelemente Feine Partikel können den Zyklon weiterhin mit dem Luftstrom verlassen.
Robuste Vorabscheidung Baugrösse und Betriebspunkt müssen zum Volumenstrom passen.
Entlastung nachgeschalteter Filter Wirkung hängt stark von Partikelgrösse und Materialdichte ab.
Kontinuierlicher Materialanfall möglich Austrag und Behälteranschluss müssen ausreichend dicht sein.
Geeignet für gröbere Stoffe Klebrige, faserige oder feuchte Medien können problematisch sein.
Zyklon und Filter erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Ein Zyklon kann gröbere Partikel vorabtrennen und den Filter entlasten. Ob zusätzlich eine Filterstufe erforderlich ist, richtet sich nach Reststaub, Medium, gewünschter Luftqualität und vorgesehener Luftführung.

Typische Filterbauarten

Schlauchfilter

Schlauchförmige Filterelemente bieten eine grosse Filterfläche und werden häufig in zentralen Absauganlagen eingesetzt.

Filterlänge, Anströmung, Abreinigung und Austrag müssen auf den Staub und die Betriebsweise abgestimmt sein.

Patronenfilter

Gefaltete Filterpatronen bieten viel Filterfläche auf vergleichsweise kleinem Bauraum. Sie können sich für feine, trockene Stäube und kompakte Filteranlagen eignen.

Bei klebrigen, faserigen oder stark belastenden Medien ist die Eignung besonders sorgfältig zu prüfen.

Taschenfilter

Taschenfilter kommen je nach Anwendung in Lüftungs- und Filteranlagen zum Einsatz. Sie dienen häufig der Fein- oder Nachfiltration.

Belastbarkeit, Wechselintervall und zulässiger Druckverlust müssen berücksichtigt werden.

Kassetten- und Kompaktfilter

Kompakte Filterelemente können in mehrstufigen Systemen oder speziellen Anwendungen eingesetzt werden.

Einbaugrösse, Dichtheit und Filterwechsel müssen zum Anlagenkonzept passen.

Filterbox

Eine Filterbox kann als kompakte Filterstufe in einem Rohrsystem eingesetzt werden. Sie eignet sich nur, wenn Luftmenge, Filterfläche, Medium und Wartungszugang zusammenpassen.

Mehrstufiges Filtersystem

Vorfilter, Hauptfilter und gegebenenfalls Nachfilter können unterschiedliche Partikelbereiche übernehmen und sich gegenseitig entlasten.

Filtermedium richtig auswählen

Das Filtermedium muss die Partikel zuverlässig zurückhalten und zugleich zum Stoff, zur Temperatur, zur Feuchtigkeit und zur vorgesehenen Abreinigung passen. Eine allgemeine Materialbezeichnung reicht für die Auswahl oft nicht aus.

Eigenschaft Einfluss auf die Auswahl
Partikelgrösse Bestimmt, wie fein das Filtermedium abscheiden muss und ob eine Vorabscheidung sinnvoll ist.
Staubstruktur Feine, faserige, flockige oder kristalline Stäube verhalten sich bei Anströmung und Abreinigung unterschiedlich.
Feuchtigkeit Feuchte Stoffe können Filtermedien verkleben und den Druckverlust stark erhöhen.
Temperatur Filtermedium, Dichtungen und Gehäuse müssen für die Betriebstemperatur geeignet sein.
Chemische Eigenschaften Aggressive Stoffe können Filtermaterialien und Gehäuse angreifen.
Elektrostatisches Verhalten Bei bestimmten Anwendungen sind geeignete ableitfähige Filtermedien und ein abgestimmter Potentialausgleich erforderlich.
Brand- und Explosionsverhalten Brennbare Stäube erfordern eine anwendungsspezifische Gesamtbeurteilung der Filteranlage.
Abreinigbarkeit Das Medium muss sich mit dem vorgesehenen Verfahren ausreichend vom Filter lösen lassen.
Unbekannten Staub nicht pauschal einordnen

Materialname, Produktname und tatsächliche Staubzusammensetzung können voneinander abweichen. Bei unklaren, gesundheitsgefährdenden oder reaktiven Stoffen müssen belastbare Stoff- und Prozessdaten vorliegen.

Filterfläche und Filterbelastung

Die erforderliche Filterfläche hängt vom Luftvolumenstrom, vom Filtermedium, vom Staub und vom Abreinigungsverfahren ab. Eine zu kleine Fläche kann zu hohem Druckverlust, kurzen Reinigungsintervallen und schneller Überlastung führen.

Zu geringe Filterfläche

  • Hohe Flächenbelastung
  • Schneller Druckanstieg
  • Häufige Abreinigung
  • Reduzierte Anlagenleistung
  • Möglicherweise verkürzte Standzeit

Ausreichende Filterfläche

  • Geringere Flächenbelastung
  • Stabilerer Betriebsdruckverlust
  • Bessere Abreinigungsbedingungen
  • Mehr betriebliche Reserve
  • Planbarere Wartungsintervalle
Filterfläche nicht isoliert bewerten

Eine grosse Filterfläche ist nur dann wirksam, wenn die Elemente gleichmässig angeströmt, ausreichend abgereinigt und nicht durch grobe Materialmengen oder ungeeignete Stoffeigenschaften überlastet werden.

Filterabreinigung

Während des Betriebs lagern sich Partikel am Filtermedium ab. Eine geeignete Abreinigung löst einen Teil dieses Staubkuchens und führt ihn dem Materialaustrag zu. Das Verfahren muss zum Filtertyp und zum Medium passen.

Manuelle Abreinigung

Kann bei kleinen oder nur zeitweise betriebenen Anlagen eingesetzt werden. Die Wirksamkeit hängt von regelmässiger und korrekter Bedienung ab.

Mechanische Abreinigung

Filterelemente werden durch Rütteln oder eine andere mechanische Bewegung gereinigt. Der Ablauf kann manuell oder automatisch gesteuert sein.

Druckluftabreinigung

Kurze Druckluftimpulse lösen den Staub vom Filtermedium. Druck, Luftmenge, Impulsfolge und Düsenanordnung müssen korrekt eingestellt sein.

Gegenstromabreinigung

Ein umgekehrter Luftstrom unterstützt das Ablösen des Filterkuchens. Das Verfahren muss konstruktiv zur Filteranlage passen.

Abreinigung löst nicht jedes Filterproblem

Feuchte, klebrige, ölige oder ungeeignete Stäube können trotz Abreinigung am Filtermedium haften. In solchen Fällen müssen Medium, Vorabscheidung, Filtermaterial und Prozessführung überprüft werden.

Differenzdruck als Betriebsindikator

Der Differenzdruck beschreibt den Druckunterschied vor und nach dem Filter. Er zeigt, welchen Widerstand die Filterstufe dem Luftstrom entgegensetzt und wie sich dieser Widerstand im Betrieb verändert.

Beobachtung Mögliche Ursache
Differenzdruck steigt langsam Zunehmender Filterkuchen oder normale Staubbeladung.
Differenzdruck steigt sehr schnell Überlastung, ungeeignetes Medium, unzureichende Abreinigung oder zu kleine Filterfläche.
Differenzdruck bleibt ungewöhnlich niedrig Filterelement beschädigt, falsch eingebaut, undicht oder Messstelle fehlerhaft.
Starke Schwankungen Wechselnde Luftmengen, Abreinigungsimpulse oder instabile Betriebszustände.
Keine Veränderung trotz Belastung Messleitung, Sensor oder Auswertung prüfen.
Grenzwerte anlagenspezifisch festlegen

Ein einzelner Differenzdruckwert ist nicht allgemein auf alle Filter übertragbar. Ausgangswert, normaler Betriebsbereich und zulässiger Maximalwert müssen anhand der konkreten Filteranlage definiert werden.

Wann eine Vorabscheidung sinnvoll ist

Eine Vorabscheidung reduziert die Materialmenge, die den Hauptfilter erreicht. Dies kann den Filter entlasten, den Verschleiss reduzieren und längere Betriebsintervalle ermöglichen.

  • Hoher Anteil grober oder schwerer Partikel
  • Grosse Materialmengen
  • Abrasive Stoffe
  • Hohe Belastung des Hauptfilters
  • Häufige Filterabreinigung
  • Kurze Filterstandzeiten
  • Materialrückgewinnung erwünscht
  • Getrennte Sammlung unterschiedlicher Fraktionen
Vorabscheidung reduziert nicht automatisch den Feinanteil

Ein Vorabscheider kann grobes Material zuverlässig zurückhalten. Feinpartikel können den Abscheider jedoch passieren und müssen durch eine geeignete nachgeschaltete Filterstufe erfasst werden.

Materialaustrag und Sammlung

Abgeschiedenes Material muss kontrolliert aus Filter oder Abscheider entfernt werden. Das Austragssystem muss zur Materialmenge, zum Unterdruck und zum gewünschten Entleerungsablauf passen.

Behälter oder Tonne

Geeignet für kleinere bis mittlere Materialmengen. Behältervolumen, Dichtheit, Handling und Gewicht müssen berücksichtigt werden.

Sack oder Sammelbeutel

Kann eine einfache Sammlung ermöglichen. Material, Befestigung und Wechselvorgang müssen zur Anwendung passen.

Zellenradschleuse

Ermöglicht einen kontinuierlichen Materialaustrag bei möglichst begrenzter Beeinflussung des Anlagenunterdrucks.

Fördertechnik

Schnecken, pneumatische Förderung oder andere Systeme können grössere Materialmengen zu einem Sammelpunkt transportieren.

Container oder Silo

Kommt bei grösseren Materialmengen und zentraler Sammlung infrage. Befüllung, Entlüftung, Füllstand und sichere Entleerung müssen geplant werden.

Geschlossene Entleerung

Bei gesundheitsgefährdenden oder stark staubenden Stoffen kann ein möglichst emissionsarmer Wechsel- oder Austragsprozess erforderlich sein.

Entleerung gehört zur Gefährdungsbeurteilung

Beim Behälterwechsel oder beim Öffnen einer Filteranlage können hohe Staubbelastungen entstehen. Der sichere und möglichst emissionsarme Materialaustrag muss deshalb bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Ventilator vor oder nach dem Filter?

Die Position des Ventilators beeinflusst, ob er mit rohgasbeladener oder gefilterter Luft arbeitet. Beide Anordnungen haben unterschiedliche technische Folgen.

Anordnung Eigenschaft Zu beachten
Ventilator vor dem Filter Ventilator transportiert materialbeladene Luft. Laufrad, Gehäuse, Verschleiss, Anhaftung und mögliche Zündquellen müssen zum Medium passen.
Ventilator nach dem Filter Ventilator arbeitet auf der Reingasseite mit gefilterter Luft. Filter und Rohgasbereich stehen unter Unterdruck; Dichtheit und Filterwiderstand bleiben entscheidend.
Die Anordnung bestimmt weitere Komponenten

Ventilatorposition, Filtergehäuse, Austrag, Explosionsschutz und Luftführung müssen gemeinsam geplant werden. Die Anordnung darf nicht unabhängig von Medium und Gesamtanlage gewählt werden.

Filterung und Luftrückführung

Soll gefilterte Luft in den Arbeitsraum zurückgeführt werden, muss die Filtertechnik für die tatsächliche Anwendung geeignet sein. Reststaub, mögliche Filterbeschädigung, Betriebsüberwachung und Störungsfälle sind dabei zu berücksichtigen.

  • Stoffeigenschaften eindeutig bestimmen
  • Geeignete Filterstufe auswählen
  • Dichtheit der Filterelemente sicherstellen
  • Filterzustand überwachen
  • Störungsfall definieren
  • Reststaub und mögliche Durchbrüche beurteilen
  • Weitere gas- oder dampfförmige Stoffe berücksichtigen
  • Hallenluftbilanz weiterhin prüfen
Partikelfilter entfernen nicht automatisch Gase oder Dämpfe

Eine Filteranlage für Staub kann gasförmige oder dampfförmige Stoffe weiterhin passieren lassen. Bei gemischten Emissionen müssen alle relevanten Stoffformen separat beurteilt werden.

Brand- und Explosionsschutz bei Filteranlagen

Filteranlagen können brennbare Stäube konzentrieren. Dadurch können Brand- oder Explosionsgefahren entstehen, die bei Erfassung, Rohrleitung, Filter, Austrag und Aufstellung gemeinsam berücksichtigt werden müssen.

Zündquellen vermeiden

Funken, Glut, heisse Partikel, elektrostatische Entladungen und mechanische Reibung müssen anwendungsspezifisch beurteilt werden.

Staubablagerungen begrenzen

Ablagerungen innerhalb und ausserhalb der Anlage können zusätzliche Brandlasten und sekundäre Gefährdungen verursachen.

Explosionsauswirkungen begrenzen

Je nach Gefährdung können konstruktive Schutzmassnahmen erforderlich sein. Diese müssen zur Anlage und zum Aufstellort passen.

Anlagenteile entkoppeln

Eine Übertragung über Rohrleitungen oder Austragssysteme muss im Schutzkonzept berücksichtigt werden.

Ein geeignetes Filterelement ist kein Explosionsschutzkonzept

Filtermedium, Gehäuse, Austrag, Ventilator, Rohrnetz, Entkopplung, Potentialausgleich und Aufstellung müssen gemeinsam durch qualifizierte Fachpersonen beurteilt werden.

Wartung und Filterwechsel

Filterelemente sind Verschleissteile. Ihre Standzeit hängt von Medium, Belastung, Abreinigung, Filterfläche und Betriebsweise ab. Starre Wechselintervalle ohne Zustandskontrolle sind deshalb nicht immer ausreichend.

  • Differenzdruck regelmässig kontrollieren
  • Abreinigung auf Funktion prüfen
  • Filterelemente auf Beschädigung untersuchen
  • Dichtungen und Halterungen kontrollieren
  • Roh- und Reingasbereich sauber trennen
  • Materialaustrag rechtzeitig entleeren
  • Messleitungen und Sensoren kontrollieren
  • Druckluftversorgung bei Impulsabreinigung prüfen
  • Filterwechsel emissionsarm vorbereiten
  • Passende persönliche Schutzausrüstung festlegen
  • Wartung dokumentieren
  • Entsorgung des Filtermaterials klären
Filter nicht nur nach Sichtprüfung beurteilen

Ein Filterelement kann optisch unauffällig und dennoch beschädigt, undicht oder ungeeignet belastet sein. Differenzdruck, Anlagenleistung, Reingaszustand und mechanische Kontrolle müssen zusammen betrachtet werden.

Typische Störungen und mögliche Ursachen

Störung Mögliche Ursache
Absaugleistung nimmt ab Filterwiderstand zu hoch, Abreinigung unzureichend, Austrag voll oder Rohrnetz verstopft.
Staub auf der Reingasseite Filterelement beschädigt, Dichtung undicht, Element falsch montiert oder Filtermedium ungeeignet.
Sehr häufige Abreinigung Filterfläche zu klein, Staubmenge zu hoch oder Filtermedium ungeeignet.
Material wird nicht ausgetragen Behälter voll, Austrag blockiert, Material klebt oder Druckverhältnisse sind ungeeignet.
Filterelement fällt zusammen Ungeeignete mechanische Festigkeit, zu hoher Unterdruck oder falsche Einbausituation.
Filter bleibt trotz Abreinigung belastet Feuchter oder klebriger Staub, ungenügende Druckluft oder ungeeignetes Abreinigungsverfahren.
Ungewöhnliche Geräusche Lose Bauteile, Materialansammlung, beschädigter Austrag oder mechanische Störung.
Funken oder Glut im Filter Prozessbedingte Zündquelle oder unzureichende vorgelagerte Schutzmassnahmen. Anlage sicher stoppen und fachlich prüfen.

Häufige Fehler bei der Filterauswahl

Fehler Mögliche Folge
Filter nur nach Anschlussdurchmesser auswählen Luftmenge, Filterfläche und Staubbelastung werden nicht ausreichend berücksichtigt.
Keine Vorabscheidung bei grobem Material Hauptfilter wird unnötig belastet oder mechanisch beschädigt.
Filtermedium ohne Stoffdaten wählen Schlechte Abreinigung, Materialangriff oder unzureichende Abscheidung.
Filterwiderstand nicht einrechnen Ventilator erreicht den benötigten Volumenstrom nicht.
Nur den Neuzustand betrachten Anlagenleistung fällt bei normaler Staubbeladung zu stark ab.
Austrag zu klein dimensionieren Häufige Entleerung, Rückstau oder Blockierung.
Filterwechsel nicht planen Hohe Exposition, schwieriger Zugang und unnötig lange Stillstände.
Luftrückführung pauschal vorsehen Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen werden möglicherweise nicht erfüllt.

Benötigte Angaben für die Auswahl

Für eine technische Einordnung von Filter oder Abscheider sind möglichst vollständige Angaben zu Medium, Luftmenge, Materialanfall und Betriebsweise erforderlich.

  • Abzusaugender Stoff und Materialzusammensetzung
  • Partikelgrösse und Materialdichte
  • Trocken, feucht, klebrig oder abrasiv
  • Materialtemperatur und Umgebungstemperatur
  • Erforderlicher Volumenstrom
  • Erwartete Materialmenge pro Zeit
  • Dauerbetrieb oder intermittierender Betrieb
  • Vorhandene Vorabscheidung
  • Gewünschte Filter- oder Reingasqualität
  • Abluft oder geplante Luftrückführung
  • Verfügbarer Platz und Aufstellort
  • Gewünschter Materialaustrag
  • Verfügbare Druckluft oder Energieversorgung
  • Brand-, Explosions- oder Gesundheitsrisiken
  • Wartungs- und Entleerungsbedingungen
  • Vorhandener Ventilator und Betriebspunkt
Allgemeine Informationen ersetzen keine konkrete Auslegung

Die tatsächliche Filter- und Abscheiderauswahl muss anhand der Stoffeigenschaften, des Volumenstroms, der Materialmenge und der Sicherheitsanforderungen erfolgen. Bei brennbaren, gesundheitsgefährdenden oder unbekannten Stoffen ist eine anwendungsspezifische Fachbeurteilung erforderlich.

Sie suchen einen geeigneten Filter oder Abscheider?

Senden Sie uns Angaben zum Medium, zum benötigten Volumenstrom, zur Materialmenge und zur vorgesehenen Betriebsweise. Wir unterstützen Sie bei der technischen Einordnung von Vorabscheidung, Filtertechnik, Abreinigung und Materialaustrag.

Häufige Fragen zu Filtern und Abscheidern

Was ist der Unterschied zwischen einem Zyklon und einem Filter?

Ein Zyklon trennt Partikel durch Fliehkraft aus dem Luftstrom und eignet sich vor allem für gröbere oder schwerere Materialien. Ein Filter hält Partikel an einem Filtermedium zurück und kann auch feinere Stäube abscheiden. Häufig werden beide Verfahren kombiniert.

Wann ist eine Vorabscheidung sinnvoll?

Eine Vorabscheidung ist besonders bei grossen Materialmengen, groben Partikeln oder abrasiven Stoffen sinnvoll. Sie kann den Hauptfilter entlasten und dessen Betriebsintervalle verlängern.

Wie wird die notwendige Filterfläche bestimmt?

Die erforderliche Filterfläche hängt vom Volumenstrom, vom Filtermedium, vom Staub, von der zulässigen Filterbelastung und vom Abreinigungsverfahren ab. Der Anschlussdurchmesser allein reicht für die Auslegung nicht aus.

Was zeigt der Differenzdruck eines Filters?

Der Differenzdruck zeigt den Strömungswiderstand der Filterstufe. Steigt er an, kann dies auf zunehmende Staubbeladung oder unzureichende Abreinigung hinweisen. Ungewöhnlich niedrige Werte können auf Undichtheiten oder beschädigte Filterelemente hindeuten.

Warum müssen Filter abgereinigt werden?

Während des Betriebs lagern sich Partikel am Filtermedium ab. Ohne ausreichende Abreinigung steigt der Druckverlust und der Volumenstrom der Anlage kann sinken. Das Abreinigungsverfahren muss zum Filter und zum Staub passen.

Kann jeder Filter für feuchten oder klebrigen Staub eingesetzt werden?

Nein. Feuchte, klebrige oder ölige Stoffe können Filtermedien zusetzen und eine wirksame Abreinigung verhindern. Filterprinzip, Material und Prozessführung müssen speziell für solche Medien geprüft werden.

Darf die gefilterte Luft wieder in den Arbeitsraum geführt werden?

Das hängt vom Stoff, von der Filterleistung, vom Reststaub, von weiteren gas- oder dampfförmigen Bestandteilen und von den geltenden Anforderungen ab. Eine Luftrückführung muss anwendungsspezifisch beurteilt und gegebenenfalls überwacht werden.

Wann müssen Filterelemente ersetzt werden?

Ein Wechsel kann erforderlich sein, wenn Filterelemente beschädigt, dauerhaft zugesetzt, nicht mehr ausreichend abreinigbar oder für den Prozess ungeeignet sind. Differenzdruck, Anlagenleistung, Reingaszustand und Sichtkontrolle sollten gemeinsam bewertet werden.

Sie haben Fragen?
Rufen Sie uns gerne an.

+41 41 787 08 52 info@absaugtechnik.ch