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Wissenscenter · Fehlerdiagnose

Störungen an Absauganlagen systematisch beheben

Sinkende Absaugleistung, verstopfte Rohrleitungen, hoher Filterdifferenzdruck oder ungewöhnliche Geräusche haben meist mehrere mögliche Ursachen. Eine strukturierte Fehlersuche beginnt beim beobachteten Symptom und prüft anschliessend Erfassung, Rohrnetz, Filter, Ventilator, Schieber, Steuerung und Betriebszustand.

Nicht sofort die erstbeste Komponente ersetzen

Viele Störungen zeigen ähnliche Symptome. Eine zu geringe Luftleistung kann beispielsweise durch einen belasteten Filter, einen geschlossenen Schieber, eine Rohrverstopfung, Nebenluft oder eine falsche Ventilatordrehzahl entstehen.

Werden Komponenten ohne Ursachenprüfung ersetzt oder Sollwerte verändert, kann die eigentliche Störung bestehen bleiben. Im ungünstigsten Fall entstehen zusätzliche Probleme an anderer Stelle der Anlage.

Vom Symptom zur Ursache arbeiten

Beobachtung, Betriebszustand und vorhandene Messwerte zuerst dokumentieren. Danach einfache und wahrscheinliche Ursachen prüfen, bevor Einstellungen oder Bauteile verändert werden.

Die Fehlersuche in fünf Schritten

1

Symptom erfassen

Ort, Zeitpunkt, Geräusch, Messwert und betroffenen Prozess dokumentieren.

2

Betriebszustand sichern

Aktive Maschinen, Schieberstellungen und Ventilatordrehzahl festhalten.

3

Einfache Ursachen prüfen

Filter, Behälter, Schläuche, Schieber und sichtbare Verstopfungen kontrollieren.

4

Messwerte vergleichen

Druck, Luftleistung, Stromaufnahme und Referenzwerte auswerten.

5

Ursache beheben

Reparatur durchführen, Funktion prüfen und Ergebnis dokumentieren.

Vor der Fehlersuche sicher stillsetzen

Arbeiten an Ventilator, Filter, Austrag, Schiebern oder Rohrleitungen dürfen nur im sicheren Zustand durchgeführt werden. Rotierende Teile, Druckluft, gespeicherte Energie und gefährliche Stäube müssen berücksichtigt werden.

  • Anlage kontrolliert ausschalten
  • Unbeabsichtigten Wiederanlauf verhindern
  • Elektrische Energie sicher trennen
  • Druckluftversorgung absperren
  • Gespeicherten Druck abbauen
  • Stillstand rotierender Teile abwarten
  • Heisse Komponenten abkühlen lassen
  • Geeignete Schutzausrüstung verwenden
  • Staubfreisetzung beim Öffnen begrenzen
  • Brand- und Explosionsrisiken beachten
  • Wartungsbereich absichern
  • Arbeiten nur durch qualifizierte Personen ausführen
Schutzeinrichtungen nicht zur Diagnose überbrücken

Verriegelungen, Endschalter und Überwachungen dürfen nicht dauerhaft ausser Funktion gesetzt werden. Erforderliche Prüfungen müssen kontrolliert, dokumentiert und durch geeignete Fachpersonen erfolgen.

Schnellkontrolle bei unzureichender Absaugleistung

Bevor umfangreiche Messungen durchgeführt werden, sollten häufige und einfach erkennbare Ursachen kontrolliert werden.

  • Ventilator läuft tatsächlich
  • Drehrichtung ist korrekt
  • Vorgesehene Drehzahl wird erreicht
  • Aktiver Schieber ist vollständig geöffnet
  • Unbenutzte Stränge sind geschlossen
  • Schlauch ist nicht geknickt oder zusammengedrückt
  • Maschinenanschluss ist nicht blockiert
  • Rohrleitung ist frei
  • Filterdifferenzdruck ist plausibel
  • Filterabreinigung funktioniert
  • Sammelbehälter ist nicht überfüllt
  • Revisionsöffnungen sind geschlossen
  • Rohr- und Schlauchverbindungen sind dicht
  • Zuluft kann ausreichend nachströmen

Die gesamte Anlage saugt zu schwach

Mögliche Ursache Typischer Hinweis Prüfung
Falsche Ventilatordrehrichtung Anlage lief seit Installation oder Elektroarbeit nie mit voller Leistung. Drehrichtung anhand der Kennzeichnung eindeutig prüfen.
Ventilatordrehzahl zu niedrig Frequenz oder Sollwert wurde verändert. Einstellung mit dokumentiertem Ausgangswert vergleichen.
Filterwiderstand zu hoch Differenzdruck ist erhöht und Leistung nahm schleichend ab. Filterzustand und Abreinigung kontrollieren.
Hauptleitung verstopft Mehrere oder alle Anschlüsse sind gleichzeitig betroffen. Revisionsstellen und kritische Leitungsabschnitte prüfen.
Grosse Nebenluftmenge Luft wird gefördert, erreicht aber die Maschinen nicht. Filtertüren, Behälter, Revisionsdeckel und Rohrnetz prüfen.
Unzureichende Nachströmung Anlage arbeitet bei geöffnetem Tor besser. Hallenluftbilanz und Ersatzluft prüfen.
Ventilator beschädigt oder verschmutzt Zusätzliche Geräusche, Vibrationen oder reduzierte Leistung. Laufrad, Gehäuse, Antrieb und Lager kontrollieren.
Messung am Hauptrohr reicht nicht immer aus

Auch wenn der Gesamtvolumenstrom plausibel erscheint, kann die Luftverteilung auf einzelne Stränge fehlerhaft sein. Kritische Erfassungsstellen müssen separat beurteilt werden.

Nur ein Anschluss saugt zu schwach

Sind andere Maschinen nicht betroffen, liegt die Ursache häufig im zugehörigen Seitenstrang, Schieber, Schlauch oder Erfassungselement.

Schieber nicht vollständig geöffnet

Mechanische Blockierung, falsches Maschinensignal oder defekter Antrieb können den freien Querschnitt begrenzen.

Schlauch beschädigt oder geknickt

Ein stark verformter Schlauch erzeugt hohen Widerstand und reduziert den Luftstrom am Anschluss.

Maschinenanschluss blockiert

Staub, Späne oder Werkstücke können interne Absaugkanäle teilweise verschliessen.

Seitenleitung verstopft

Ablagerungen entstehen häufig in waagrechten Abschnitten, Bögen oder nach Querschnittsänderungen.

Erfassung falsch positioniert

Luft ist vorhanden, das Medium wird aufgrund zu grosser Distanz oder Querströmung jedoch nicht zuverlässig aufgenommen.

Luftverteilung verändert

Zusätzliche offene Stränge können dem betroffenen Anschluss Luftleistung entziehen.

Filterdifferenzdruck ist zu hoch

Mögliche Ursache Prüfung Mögliche Massnahme
Normale Filterbeladung Verlauf mit bisherigen Betriebswerten vergleichen. Abreinigung auslösen und weiteren Verlauf beobachten.
Abreinigung funktioniert nicht Druckluft, Ventile, Rüttler und Steuerung prüfen. Störung beheben und Filterzustand kontrollieren.
Staub ist feucht oder klebrig Filterelemente auf Anhaftungen untersuchen. Prozess, Filtermedium und Vorabscheidung neu beurteilen.
Filterfläche zu klein Schneller Druckanstieg trotz funktionierender Abreinigung. Filterauslegung und tatsächliche Luftmenge prüfen.
Filter dauerhaft zugesetzt Druck bleibt auch nach Abreinigung hoch. Filterelemente prüfen und gegebenenfalls ersetzen.
Messleitung blockiert Wert reagiert unplausibel oder gar nicht. Messstellen und Sensor kontrollieren.
Ventilatordrehzahl nicht einfach erhöhen

Eine höhere Drehzahl kann kurzfristig mehr Luft liefern, erhöht aber Filterbelastung, Energieverbrauch und mechanische Beanspruchung. Zuerst muss die Ursache des hohen Widerstands geklärt werden.

Filterdifferenzdruck ist ungewöhnlich niedrig

Ein niedriger Differenzdruck ist nicht automatisch positiv. Fällt der Wert plötzlich ab, können Filterelemente beschädigt, Dichtungen undicht oder Messleitungen fehlerhaft sein.

  • Messwert mit Referenzzustand vergleichen
  • Aktuellen Volumenstrom berücksichtigen
  • Ventilatordrehzahl kontrollieren
  • Messleitungen auf Undichtheit prüfen
  • Sensorfunktion testen
  • Filterelemente auf Beschädigung kontrollieren
  • Dichtungen und Halterungen prüfen
  • Filtertüren korrekt schliessen
  • Reingasseite auf Staubaustritt untersuchen
  • Bypass- oder Umluftklappen prüfen
Staub auf der Reingasseite ernst nehmen

Sichtbarer Staub nach dem Filter kann auf beschädigte Filterelemente, fehlerhafte Dichtungen oder eine ungeeignete Filterausführung hinweisen. Die Anlage muss technisch geprüft werden.

Rohrleitung verstopft regelmässig

Wiederkehrende Verstopfungen sind meist kein reines Reinigungsproblem. Sie weisen auf unzureichenden Materialtransport, ungünstige Leitungsführung oder veränderte Betriebsbedingungen hin.

Mögliche Ursache Typischer Bereich Prüfung
Luftgeschwindigkeit zu niedrig Waagrechte Haupt- und Seitenleitungen Volumenstrom, Ø und offene Stränge prüfen.
Zu viele Stränge gleichzeitig geöffnet Gesamtes Rohrnetz Schieberstellung und Ventilatorleistung kontrollieren.
Ungünstiger Bogen Enge Umlenkungen und Bereiche mit Materialanprall Formteil, Einbaurichtung und Ablagerungsmuster prüfen.
Querschnittsvergrösserung Nach Reduktionen oder Übergängen Luftgeschwindigkeit vor und nach dem Übergang beurteilen.
Feuchtes oder klebriges Material Rohrwand, Bögen und Abzweiger Stoffzustand und Prozessänderungen erfassen.
Fremdkörper Maschinenanschluss, Bogen oder Schieber Rohrnetz kontrolliert öffnen und Ursache entfernen.
Verstopfung vor dem Neustart vollständig entfernen

Ein Materialpfropfen kann sich lösen, nachgeschaltete Komponenten beschädigen oder erneut an einer anderen Stelle blockieren. Nach der Reinigung muss die Transportursache geklärt werden.

Staub tritt aus der Anlage aus

Undichte Rohrverbindung

Staubaustritt ist besonders auf der Überdruckseite möglich. Verbindung, Dichtung und mechanischer Sitz müssen geprüft werden.

Undichte Filtertür

Verschmutzte, beschädigte oder falsch eingestellte Dichtungen können Roh- und Reingasseite beeinträchtigen.

Beschädigtes Filterelement

Risse, Löcher oder fehlerhafte Befestigungen können Staub auf die Reingasseite gelangen lassen.

Überfüllter Sammelbehälter

Material kann bis in den Filterbereich zurückstauen oder an undichten Übergängen austreten.

Austrag undicht

Schleusen, Sackanschlüsse oder Behälterdichtungen können verschlissen oder falsch montiert sein.

Filtermedium ungeeignet

Sehr feine oder besondere Stoffe können eine andere Filterausführung oder zusätzliche Stufen erfordern.

Staubaustritt nicht nur äusserlich abdichten

Die Austrittsstelle muss lokalisiert werden. Zusätzlich ist zu prüfen, ob Überdruck, Filterbeschädigung oder eine blockierte Komponente die Undichtheit verursacht hat.

Ventilator startet nicht

Mögliche Ursache Prüfung
Keine elektrische Freigabe Hauptschalter, Steuerfreigabe und Maschinensignal kontrollieren.
Not-Halt aktiv Not-Halt-Kreise und Quittierung gemäss Anlagenlogik prüfen.
Motorschutz ausgelöst Ursache vor dem Rücksetzen durch Elektrofachperson klären.
Frequenzumrichter meldet Störung Fehlermeldung dokumentieren und technische Ursache prüfen.
Verriegelung verhindert Start Filter, Austrag, Schieber und Sicherheitssignale kontrollieren.
Ventilator mechanisch blockiert Anlage sicher stillsetzen und freien Lauf prüfen.
Motor oder Schaltgerät defekt Elektrische Prüfung durch qualifizierte Fachperson durchführen.
Motorschutz nicht wiederholt zurücksetzen

Wiederholtes Auslösen kann auf Überlastung, Phasenausfall, falsche Parametrierung oder eine mechanische Blockierung hinweisen. Die Ursache muss vor dem erneuten Betrieb geklärt werden.

Motor oder Frequenzumrichter meldet Überlast

  • Fehlercode vollständig dokumentieren
  • Motorstrom mit Referenzwert vergleichen
  • Ventilatordrehzahl kontrollieren
  • Frequenzumrichter-Parameter prüfen
  • Laufrad auf Blockierung kontrollieren
  • Lager und Antrieb untersuchen
  • Riemenspannung und Ausrichtung prüfen
  • Filter- und Rohrzustand berücksichtigen
  • Schieberstellungen dokumentieren
  • Netzversorgung durch Fachperson prüfen lassen
  • Motorbelüftung und Umgebungstemperatur kontrollieren
  • Änderungen seit dem letzten störungsfreien Betrieb erfassen
Überlast kann durch den Betriebspunkt entstehen

Veränderte Schieberstellungen, Drehzahl oder Anlagenwiderstände können die Leistungsaufnahme beeinflussen. Motor, Ventilator und Rohrnetz müssen gemeinsam beurteilt werden.

Ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen

Geräusch oder Beobachtung Mögliche Ursache
Periodisches Dröhnen Laufradunwucht, Resonanz oder instabiler Betriebspunkt.
Schleifendes Geräusch Laufradkontakt, Fremdkörper oder Lagerproblem.
Schlagendes Geräusch Lose Bauteile, Materialpfropfen oder beschädigtes Laufrad.
Pfeifen Hohe Strömungsgeschwindigkeit, Drosselstelle oder schmale Leckage.
Rasseln Lose Klappe, Schieber, Rohrteil oder Fremdkörper.
Starke Gehäuseschwingung Unwucht, lose Befestigung oder ungeeignete Schwingungsentkopplung.
Bei mechanischem Kontakt sofort stoppen

Schleif- oder Schlaggeräusche können auf eine akute Beschädigung hinweisen. Die Anlage sollte kontrolliert stillgesetzt und vor dem Weiterbetrieb geprüft werden.

Schieber öffnet oder schliesst nicht richtig

Mechanische Blockierung

Staub, Späne oder ein verbogenes Schieberblatt können die Bewegung behindern.

Antrieb ohne Energie

Bei pneumatischen oder elektrischen Schiebern sind Versorgung, Ventile, Sicherungen und Kabel zu prüfen.

Endschalter falsch eingestellt

Die Steuerung erhält eine falsche Rückmeldung oder erkennt die Endlage nicht.

Maschinensignal fehlt

Die automatische Öffnung wird nicht ausgelöst, obwohl die Maschine betrieben wird.

Dichtung verschlissen

Erhöhter Widerstand oder Nebenluft können die Funktion beeinflussen.

Falsche Einbaulage

Gewicht, Materialfluss oder mechanische Spannung können den Schieber behindern.

Filterabreinigung funktioniert nicht

  • Druckluftversorgung vorhanden
  • Betriebsdruck plausibel
  • Ventile erhalten Steuersignal
  • Magnetventile schalten hörbar und vollständig
  • Impulsleitungen sind frei
  • Druckluftbehälter ist dicht
  • Steuerintervall ist korrekt eingestellt
  • Differenzdrucksensor liefert plausible Werte
  • Rüttler oder Antrieb sind mechanisch frei
  • Abgereinigter Staub kann austragen
  • Filterelemente sind nicht dauerhaft verklebt
  • Änderungen an Steuerung oder Druckluftnetz dokumentieren
Abreinigung und Austrag gemeinsam betrachten

Löst sich Staub vom Filter, kann aber nicht aus dem Trichter oder Behälter entfernt werden, steigt die Belastung schnell wieder an.

Materialaustrag ist blockiert

Mögliche Ursache Prüfung
Behälter überfüllt Füllstand und Entleerungsintervall kontrollieren.
Material ist feucht oder verdichtet Austragsöffnung und Stoffzustand prüfen.
Fremdkörper im Austrag Anlage sicher stillsetzen und Blockierung entfernen.
Zellenradschleuse blockiert Freien Lauf, Antrieb und Verschleiss kontrollieren.
Förderschnecke läuft falsch Drehrichtung, Antrieb und mechanische Belastung prüfen.
Füllstandsensor meldet falsch Sensor reinigen und Schaltfunktion testen.
Nicht in laufende Austragskomponenten greifen

Schleusen, Schnecken und andere Austräge können auch bei niedriger Drehzahl schwere Verletzungen verursachen. Vor Arbeiten müssen sie sicher stillgesetzt und gegen Wiederanlauf gesichert werden.

Absaugung funktioniert nur bei geöffnetem Tor

Verbessert sich die Leistung bei geöffnetem Fenster oder Tor, kann die kontrollierte Nachströmung unzureichend sein. Der Ventilator muss dann gegen einen zu hohen Gebäudeunterdruck arbeiten.

  • Zuluftöffnungen und Zuluftanlage prüfen
  • Weitere Abluftanlagen berücksichtigen
  • Türen auf ungewöhnliche Öffnungskräfte prüfen
  • Raumdruck in typischen Betriebszuständen kontrollieren
  • Gleichzeitig laufende Maschinen dokumentieren
  • Feuerstätten und Verbrennungsprozesse berücksichtigen
  • Zuluftauslässe auf Querströmungen prüfen
  • Sommer- und Winterbetrieb unterscheiden
Offenes Tor ist keine dauerhafte Fehlerbehebung

Wind, Temperatur und Gebäudenutzung verändern die Nachströmung. Für einen stabilen Betrieb ist eine kontrollierte Hallenluftbilanz erforderlich.

Messwerte richtig vergleichen

Druck- und Luftwerte sind nur vergleichbar, wenn der Betriebszustand übereinstimmt. Unterschiedliche Schieberstellungen oder Ventilatordrehzahlen können grössere Abweichungen verursachen als die eigentliche Störung.

  • Messstelle eindeutig kennzeichnen
  • Aktive Maschinen dokumentieren
  • Schieberstellungen festhalten
  • Ventilatordrehzahl oder Frequenz notieren
  • Filterdifferenzdruck erfassen
  • Zuluft- und Torzustand dokumentieren
  • Messgerät und Einheit prüfen
  • Messleitung auf Verstopfung kontrollieren
  • Ausgangs- und Referenzwert verwenden
  • Mehrere Messungen unter gleichen Bedingungen durchführen
Ein Einzelwert beweist noch keine Ursache

Druck, Volumenstrom, Stromaufnahme und Differenzdruck sollten zusammen betrachtet werden. Erst das Gesamtbild erlaubt eine belastbare technische Einordnung.

Störung nach einem Umbau oder einer Erweiterung

Zusätzlicher Maschinenanschluss

Der Gesamtvolumenstrom und die Luftverteilung können nicht mehr zur ursprünglichen Ventilatorauslegung passen.

Neuer Rohrdurchmesser

Druckverlust und Transportgeschwindigkeit können sich verändern.

Zusätzliche Bögen oder Schläuche

Der Widerstand des betroffenen Strangs kann deutlich steigen.

Neue Schieberlogik

Gleichzeitigkeit, Mindestluftmenge und Regelung müssen neu abgestimmt werden.

Anderes Material

Ablagerung, Filterbelastung und Sicherheitsanforderungen können sich ändern.

Geänderte Steuerungsparameter

Drehzahl, Grenzwerte oder Verriegelungen können ausserhalb des geeigneten Bereichs liegen.

Änderung nicht durch höhere Drehzahl kompensieren

Mehr Drehzahl kann andere Stränge überversorgen, den Filter stärker belasten oder Motor und Ventilator überlasten. Die Anlage muss nach relevanten Umbauten technisch neu beurteilt werden.

Symptomübersicht für die erste Eingrenzung

Symptom Zuerst prüfen Danach prüfen
Gesamte Anlage saugt schwach Ventilator, Drehzahl, Filterdifferenzdruck Hauptleitung, Nebenluft, Nachströmung
Nur ein Anschluss saugt schwach Schieber, Schlauch, Maschinenanschluss Seitenleitung und Luftverteilung
Filterdruck steigt schnell Abreinigung und Staubzustand Filterfläche und Vorabscheidung
Staub auf Reingasseite Filterelemente und Dichtungen Filtermedium und Gehäuse
Rohr verstopft Luftgeschwindigkeit und offene Stränge Leitungsführung und Materialzustand
Ventilator vibriert Laufradablagerung und Befestigung Lager, Welle und Betriebspunkt
Schieber bewegt sich nicht Blockierung und Energieversorgung Antrieb, Endschalter und Steuerung
Motor überlastet Mechanische Blockierung und Drehzahl Motorparameter, Betriebspunkt und Netz
Absaugung schwankt Schieberstellungen und Regelung Sensorik, Filterzustand und Hallendruck
Austrag blockiert Behälterfüllstand und Fremdkörper Materialzustand, Antrieb und Auslegung

Diese Angaben erleichtern die technische Unterstützung

  • Genaue Beschreibung der Störung
  • Zeitpunkt des ersten Auftretens
  • Betroffene Maschine oder Anlagenbereich
  • Aktive Maschinen und Schieberstellungen
  • Ventilatordrehzahl oder Frequenz
  • Filterdifferenzdruck
  • Vorhandene Fehlercodes
  • Motorstrom oder elektrische Messwerte
  • Fotos des betroffenen Bereichs
  • Video oder Tonaufnahme bei Geräuschen
  • Rohrnetz- oder Anlagenplan
  • Letzte Wartung und Filterwechsel
  • Zuletzt ausgeführte Änderungen
  • Abgesaugtes Medium
  • Bereits durchgeführte Prüfschritte
  • Vergleichswerte aus störungsfreiem Betrieb
Fehlercode nicht vor der Dokumentation löschen

Displayanzeige, Zeitpunkt und Betriebszustand sollten vor dem Quittieren fotografiert oder notiert werden. Diese Angaben können für die Ursachenanalyse entscheidend sein.

Wann sollte eine Fachperson beigezogen werden?

  • Elektrische Störung oder wiederkehrende Abschaltung
  • Mechanischer Kontakt am Ventilator
  • Starke oder plötzlich zunehmende Schwingungen
  • Beschädigtes Laufrad oder Gehäuse
  • Staub auf der Reingasseite
  • Unklare Brand- oder Explosionsgefahr
  • Funken, Glut oder Brandgeruch
  • Fehlfunktion einer Sicherheitseinrichtung
  • Wiederkehrende Rohrverstopfung
  • Unplausible Messwerte trotz Sensorprüfung
  • Umbau mit veränderter Luftleistung
  • Unzureichende Erfassung trotz gereinigter Anlage
Bei Brandgeruch, Rauch oder Funken Anlage sicher stoppen

Der betroffene Prozess und die Absauganlage müssen entsprechend dem betrieblichen Notfallkonzept behandelt werden. Ein unkontrolliertes Öffnen von Filter oder Rohrleitungen kann zusätzliche Luft zuführen oder Stoffe freisetzen.

Häufige Fehler bei der Störungssuche

Fehler Mögliche Folge
Mehrere Einstellungen gleichzeitig verändern Wirkung einzelner Änderungen lässt sich nicht mehr nachvollziehen.
Ventilatordrehzahl sofort erhöhen Ursache bleibt bestehen und andere Komponenten werden stärker belastet.
Filter ohne Prüfung ersetzen Fehler an Abreinigung, Austrag oder Sensor bleibt bestehen.
Verstopfung nur entfernen Material lagert sich erneut an derselben Stelle ab.
Störmeldung wiederholt quittieren Technische Ursache verschärft sich.
Messwert ohne Betriebszustand notieren Vergleich mit Referenzwerten ist nicht möglich.
Schutzeinrichtung überbrücken Anlage arbeitet ohne vorgesehene Sicherheitsfunktion.
Provisorische Reparatur dauerhaft verwenden Leckage, Ausfall oder Sicherheitsrisiko bleibt bestehen.
Nur den Ventilator betrachten Filter, Rohrnetz, Zuluft oder Schieber werden als Ursache übersehen.
Änderungen nicht dokumentieren Spätere Störungen lassen sich schwerer nachvollziehen.

Sie möchten eine Störung technisch eingrenzen?

Senden Sie uns eine Beschreibung der Störung, Fotos, vorhandene Fehlercodes und aktuelle Messwerte. Angaben zu aktiven Maschinen, Schieberstellungen und Ventilatordrehzahl helfen bei der technischen Einordnung.

Häufige Fragen zur Störungssuche

Was sollte zuerst geprüft werden, wenn die Absaugleistung sinkt?

Prüfen Sie zuerst Ventilatorbetrieb, Drehzahl, Schieberstellungen, Schläuche, Maschinenanschlüsse, Filterdifferenzdruck, Sammelbehälter und sichtbare Verstopfungen. Der Betriebszustand sollte dabei vollständig dokumentiert werden.

Warum saugt nur eine einzelne Maschine zu schwach?

Häufig liegen die Ursachen im zugehörigen Seitenstrang: ein nicht vollständig geöffneter Schieber, ein geknickter Schlauch, ein blockierter Maschinenanschluss oder Ablagerungen in der Rohrleitung.

Was bedeutet ein hoher Filterdifferenzdruck?

Ein hoher Wert weist häufig auf eine starke Filterbeladung hin. Möglich sind auch eine unzureichende Abreinigung, feuchter oder klebriger Staub, dauerhaft zugesetzte Filterelemente oder ein Fehler im Messsystem.

Warum verstopft eine Rohrleitung immer wieder?

Wiederkehrende Verstopfungen entstehen häufig durch zu geringe Transportgeschwindigkeit, zu viele offene Stränge, ungünstige Bögen, Querschnittsvergrösserungen oder feuchtes beziehungsweise klebriges Material.

Darf die Ventilatordrehzahl bei schlechter Leistung erhöht werden?

Nicht ohne Ursachenprüfung. Eine höhere Drehzahl kann Filter, Motor, Rohrnetz und andere Erfassungsstellen zusätzlich belasten. Zuerst müssen Filterzustand, Verstopfungen, Schieber und Nebenluft geprüft werden.

Was ist zu tun, wenn Staub nach dem Filter sichtbar ist?

Filterelemente, Dichtungen, Halterungen und Filtergehäuse müssen geprüft werden. Sichtbarer Staub auf der Reingasseite kann auf beschädigte Elemente oder eine fehlerhafte Abdichtung hinweisen.

Warum löst der Motorschutz wiederholt aus?

Mögliche Ursachen sind mechanische Blockierung, Überlastung, falsche Motorparameter, elektrische Fehler, unzulässige Drehzahl oder ein ungeeigneter Betriebspunkt. Die Ursache muss durch eine qualifizierte Fachperson geklärt werden.

Welche Angaben werden für eine technische Störungsanalyse benötigt?

Hilfreich sind Fehlerbeschreibung, Betriebszustand, Schieberstellungen, Ventilatordrehzahl, Filterdifferenzdruck, Fehlercodes, Fotos, Videos, letzte Wartungen und Angaben zu kürzlich ausgeführten Änderungen.

Sie haben Fragen?
Rufen Sie uns gerne an.

+41 41 787 08 52 info@absaugtechnik.ch