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Wissenscenter · Luftförderung

Ventilatoren und Steuerungen für Absauganlagen

Der Ventilator erzeugt den erforderlichen Luftstrom und überwindet die Widerstände von Erfassung, Rohrnetz, Filter, Abscheider und Abluftführung. Steuerungen passen den Betrieb an Maschinenzustände, Schieberstellungen und wechselnde Luftbedarfe an.

Der Ventilator arbeitet immer mit der gesamten Anlage

Ein Ventilator liefert nicht unabhängig vom angeschlossenen System immer dieselbe Luftmenge. Der tatsächliche Volumenstrom ergibt sich aus seiner Kennlinie und dem Widerstand der Anlage.

Rohrdurchmesser, Leitungslängen, Bögen, Filterbelastung, Schieberstellungen und Abluftkomponenten verändern diesen Widerstand. Deshalb darf ein Ventilator nicht allein anhand seiner Motorleistung oder eines maximalen Volumenstroms ausgewählt werden.

Volumenstrom und Druck gehören zusammen

Für eine belastbare Auswahl werden der benötigte Volumenstrom und der zugehörige Gesamtdruckverlust benötigt. Erst diese Kombination beschreibt den erforderlichen Betriebspunkt.

Die Auswahl in fünf Schritten

1

Luftbedarf bestimmen

Erforderlichen Volumenstrom für den massgebenden Betriebszustand festlegen.

2

Druckverlust ermitteln

Widerstände von Erfassung, Rohrnetz, Filter und Abluft zusammenführen.

3

Medium prüfen

Staub, Späne, Rauch, Temperatur und mögliche Gefährdungen beurteilen.

4

Bauart auswählen

Laufrad, Gehäuse, Anordnung und Antrieb zur Anwendung abstimmen.

5

Regelung festlegen

Start, Drehzahl, Schieber und Überwachung technisch koordinieren.

Was ist der Betriebspunkt?

Der Betriebspunkt beschreibt den tatsächlichen Volumenstrom und die zugehörige Druckerhöhung, mit denen ein Ventilator in einer bestimmten Anlage arbeitet.

Er entsteht dort, wo sich Ventilatorkennlinie und Anlagenkennlinie schneiden. Verändert sich der Anlagenwiderstand, verschiebt sich auch der Betriebspunkt.

Veränderung in der Anlage Mögliche Auswirkung
Filterwiderstand steigt Der Volumenstrom kann sinken, wenn die Ventilatordrehzahl nicht angepasst wird.
Zusätzlicher Strang wird geöffnet Luft verteilt sich auf mehr Verbraucher und der Anlagenwiderstand verändert sich.
Stränge werden geschlossen Der Gesamtvolumenstrom und die Druckverhältnisse können sich deutlich verändern.
Rohrleitung wird verlängert Der Druckverlust steigt und der verfügbare Volumenstrom kann abnehmen.
Schlauch wird geknickt Lokaler Widerstand steigt stark und die Leistung am Anschluss fällt ab.
Maximalwert ist nicht gleich Betriebswert

Ein angegebener maximaler Volumenstrom gilt nur unter den zugehörigen Prüfbedingungen. Für die Anlagenplanung ist entscheidend, welche Luftmenge der Ventilator beim tatsächlichen Druckverlust liefert.

Typische Ventilatorbauarten

Radialventilator

Radialventilatoren fördern die Luft vom Laufradeintritt nach aussen zum Gehäuse. Sie werden häufig eingesetzt, wenn die Anlage einen höheren Druck überwinden muss.

Axialventilator

Axialventilatoren fördern die Luft im Wesentlichen in Achsrichtung. Sie eignen sich typischerweise für grosse Luftmengen bei vergleichsweise geringem Druckbedarf.

Materialtransportventilator

Diese Ventilatoren können je nach Ausführung mit materialbeladener Luft betrieben werden. Laufrad, Gehäuse und Verschleissschutz müssen zum Stoff passen.

Reingasventilator

Ein Reingasventilator arbeitet nach dem Filter mit gereinigter Luft. Dadurch ist das Laufrad weniger direkt dem abgesaugten Material ausgesetzt.

Hochdruckventilator

Hochdruckventilatoren kommen bei hohen Anlagenwiderständen oder Hochvakuumanwendungen infrage. Die technischen Anforderungen unterscheiden sich von klassischen Niederdrucksystemen.

Dach- oder Abluftventilator

Diese Bauarten können für allgemeine Abluftaufgaben eingesetzt werden. Für materialführende Absaugprozesse sind sie nicht automatisch geeignet.

Laufrad und Medium

Die Laufradkonstruktion beeinflusst Förderverhalten, Wirkungsgrad, Verschmutzungsneigung und Eignung für materialbeladene Luft. Grobe Späne, abrasive Partikel und klebrige Medien stellen andere Anforderungen als gefilterte Luft.

Medium oder Betriebszustand Wichtige Prüfpunkte
Saubere oder gefilterte Luft Wirkungsgrad, Geräusch, Drehzahl und gewünschter Betriebspunkt.
Holzspäne oder grobes Material Freier Materialdurchgang, Anhaftung und mechanische Belastung.
Abrasiver Staub Verschleiss von Laufrad, Gehäuse und besonders belasteten Bereichen.
Klebrige oder feuchte Stoffe Ablagerungen, Unwucht, Reinigbarkeit und Materialbeständigkeit.
Heisse Luft Temperaturgrenzen von Laufrad, Lagerung, Dichtungen und Motor.
Brennbare oder explosionsfähige Stoffe Zündquellen, Materialpaarungen, Aufstellung und gesamtes Schutzkonzept.
Materialführenden Ventilator nicht pauschal einsetzen

Ein Ventilator, der Staub oder Späne direkt transportiert, muss für das tatsächliche Medium geeignet sein. Partikelgrösse, Materialdichte, Abrieb, Temperatur und Sicherheitsrisiken sind vor der Auswahl zu klären.

Ventilator vor oder nach dem Filter

Die Anordnung entscheidet, ob der Ventilator mit Rohgas oder gefilterter Luft arbeitet. Sie beeinflusst Filtergehäuse, Rohrnetz, Dichtheit, Verschleiss und Sicherheitskonzept.

Ventilator vor dem Filter

Der Ventilator fördert materialbeladene Luft in den Filter. Der Filter kann dadurch teilweise im Überdruckbereich liegen.

  • Laufrad muss zum Medium passen
  • Verschleiss und Anhaftung berücksichtigen
  • Staubaustritt bei Undichtheit möglich
  • Explosionsschutz gesamthaft beurteilen

Ventilator nach dem Filter

Der Ventilator arbeitet mit gefilterter Luft. Rohgasbereich und Filter stehen typischerweise unter Unterdruck.

  • Geringere Materialbelastung des Laufrads
  • Nebenluft bei Undichtheiten möglich
  • Filterwiderstand beeinflusst den Betriebspunkt
  • Reingasseite sauber halten

Motorleistung richtig einordnen

Die Motorleistung ist das Ergebnis der erforderlichen Luftleistung, des Wirkungsgrads und der vorgesehenen Reserve. Sie ist kein direkter Ersatz für Volumenstrom und Druck.

Ein grösserer Motor erhöht nicht automatisch die Luftmenge. Laufrad, Drehzahl und Anlagenwiderstand bestimmen weiterhin den tatsächlichen Betriebspunkt.

Zu kleine Motorleistung

  • Motor kann überlastet werden
  • Gewünschte Drehzahl wird nicht sicher erreicht
  • Thermische Abschaltungen sind möglich
  • Leistungsreserve fehlt

Unnötig grosse Motorleistung

  • Höhere Anschaffungskosten
  • Möglicherweise ungünstiger Teillastbetrieb
  • Grössere elektrische Infrastruktur
  • Kein automatischer Leistungsgewinn
Motorreserve gezielt festlegen

Die Reserve sollte den vorgesehenen Drehzahlbereich, normale Betriebsabweichungen und definierte Belastungen abdecken. Eine pauschale Überdimensionierung ersetzt keine korrekte Auslegung.

Frequenzumrichter und Drehzahlregelung

Ein Frequenzumrichter verändert die Drehzahl des Ventilatormotors. Damit kann der Volumenstrom an wechselnde Betriebszustände angepasst werden.

Die Regelung ist besonders interessant, wenn unterschiedliche Maschinenkombinationen betrieben oder einzelne Stränge automatisiert geöffnet und geschlossen werden.

Vorteil Technische Voraussetzung
Bedarfsgerechter Volumenstrom Tatsächlicher Luftbedarf und Regelgrösse müssen definiert sein.
Reduzierter Energiebedarf im Teillastbetrieb Anlage muss häufig unterhalb der maximalen Leistung betrieben werden können.
Sanfter Anlauf Motor, Umrichter und elektrische Absicherung müssen aufeinander abgestimmt sein.
Anpassung an Filterbelastung Eine geeignete Mess- und Regelstrategie ist erforderlich.
Automatisierter Maschinenbetrieb Maschinenfreigaben, Schieber und Ventilator müssen koordiniert werden.
Mindestgeschwindigkeit im Rohrnetz beachten

Wird die Drehzahl stark reduziert, kann die Luftgeschwindigkeit in materialführenden Leitungen zu niedrig werden. Ablagerungen oder Verstopfungen sind dann möglich. Die Regelung muss deshalb nicht nur Energie, sondern auch den sicheren Materialtransport berücksichtigen.

Mögliche Regelstrategien

Feste Drehzahl

Der Ventilator arbeitet mit konstanter Drehzahl. Diese Lösung eignet sich bei gleichbleibendem Luftbedarf und klar definiertem Betriebszustand.

Manuelle Drehzahlvorgabe

Die Leistung wird über eine feste Sollwertvorgabe angepasst. Die korrekte Einstellung hängt von Bedienung und Prozesskenntnis ab.

Konstanter Unterdruck

Ein Drucksensor erfasst den Anlagenzustand. Die Drehzahl wird so angepasst, dass ein definierter Unterdruck gehalten wird.

Konstanter Volumenstrom

Eine geeignete Messung liefert den tatsächlichen Luftstrom. Die Regelung passt die Drehzahl an den gewünschten Sollwert an.

Maschinenabhängige Stufen

Bestimmte Maschinenkombinationen lösen definierte Drehzahlstufen aus. Das System muss alle vorgesehenen Betriebszustände berücksichtigen.

Übergeordnete Anlagensteuerung

Schieber, Maschinen, Filterabreinigung, Austrag und Ventilator werden in einer gemeinsamen Steuerung koordiniert.

Schieber und Ventilatorsteuerung abstimmen

Automatische Schieber können beim Start einer Maschine geöffnet und beim Ausschalten wieder geschlossen werden. Dadurch wird die verfügbare Luft auf aktive Verbraucher konzentriert.

Gleichzeitig verändert jeder Schieber den Anlagenwiderstand. Ohne passende Ventilatorregelung können zu hohe oder zu niedrige Luftmengen entstehen.

  • Maschinensignal eindeutig erfassen
  • Schieber rechtzeitig öffnen
  • Ventilatorlauf vor Prozessstart sicherstellen
  • Nachlaufzeit bei Bedarf berücksichtigen
  • Schieberstellung überwachen
  • Mindestanzahl offener Stränge definieren
  • Drehzahl an Gleichzeitigkeit anpassen
  • Störstellung sicher festlegen
  • Handbetrieb für Wartung vorsehen
  • Betriebszustände dokumentieren
Reihenfolge beim Start beachten

Je nach Anwendung sollte zuerst der Luftweg geöffnet und der Ventilator gestartet werden, bevor der emissionsverursachende Prozess beginnt. Beim Ausschalten kann eine definierte Nachlaufzeit sinnvoll sein.

Anlaufsteuerung und elektrische Einschaltung

Grössere Ventilatormotoren können beim direkten Einschalten hohe Anlaufströme verursachen. Die geeignete Startart richtet sich nach Motor, Netz, Schalthäufigkeit und gewünschter Regelbarkeit.

Startart Eigenschaft Zu beachten
Direktanlauf Einfache Einschaltung mit vollem Netzanschluss. Anlaufstrom und mechanische Belastung prüfen.
Stern-Dreieck-Anlauf Reduziert den Anlaufstrom bei geeigneten Motoren. Motorschaltung und Lastverhalten müssen passen.
Sanftanlauf Begrenzter und kontrollierter Motoranlauf. Regelt nicht automatisch den späteren Dauerbetrieb.
Frequenzumrichter Kontrollierter Anlauf und variable Drehzahl. Motor, EMV, Kühlung und Parametrierung berücksichtigen.
Elektrische Auslegung durch Fachpersonen

Netzanschluss, Absicherung, Motorschutz, Schaltgeräte, Frequenzumrichter und Not-Halt-Funktionen müssen durch qualifizierte Elektrofachpersonen geplant und ausgeführt werden.

Überwachung wichtiger Betriebsgrössen

Eine Steuerung kann nicht nur Start und Stopp übernehmen, sondern auch relevante Anlagenzustände erfassen. Welche Überwachung erforderlich ist, hängt von Grösse, Gefährdung und Betriebsweise der Anlage ab.

Drucküberwachung

Zeigt Veränderungen im Rohrnetz oder Filterwiderstand und kann als Regelgrösse verwendet werden.

Volumenstromüberwachung

Kontrolliert, ob an einer Anlage oder Erfassungsstelle ausreichend Luft bewegt wird.

Motorschutz

Überwacht Stromaufnahme, Temperatur oder weitere elektrische Betriebszustände.

Drehzahlüberwachung

Erkennt, ob der Ventilator tatsächlich mit der vorgesehenen Geschwindigkeit läuft.

Schwingungsüberwachung

Kann bei grösseren oder kritischen Ventilatoren Hinweise auf Unwucht, Lagerprobleme oder Ablagerungen geben.

Störmeldungen

Meldungen zu Filter, Austrag, Schiebern und Ventilator ermöglichen eine gezieltere Fehlerdiagnose.

Sicherheitsfunktionen und Verriegelungen

Bei sicherheitsrelevanten Anwendungen müssen Anlagenzustände so miteinander verknüpft werden, dass der Prozess nicht ohne wirksame Absaugung betrieben wird oder gefährliche Zustände entstehen.

  • Maschinenfreigabe nur bei laufender Absaugung
  • Störung des Ventilators erkennen
  • Unzureichenden Luftstrom melden
  • Filtergrenzwerte überwachen
  • Austrag und Füllstand einbeziehen
  • Schieberstellung kontrollieren
  • Not-Halt-Konzept abstimmen
  • Wiederanlauf nach Netzausfall definieren
  • Brand- und Explosionsschutz integrieren
  • Handbetrieb gegen Fehlbedienung sichern
Automatisierung ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung

Welche Verriegelungen, Abschaltungen und Überwachungen notwendig sind, muss aus der konkreten Anwendung abgeleitet werden. Eine Standardlogik ist nicht ohne Prüfung auf jede Anlage übertragbar.

Aufstellung und Einbausituation

Die Ventilatoraufstellung beeinflusst Rohrführung, Geräusch, Wartungszugang, Witterungsschutz und Schwingungsübertragung.

Planungsfrage Technische Bedeutung
Innen- oder Aussenaufstellung? Witterung, Korrosion, Temperatur und Wartungszugang berücksichtigen.
Wie wird der Ventilator befestigt? Fundament, Konsole oder Rahmen müssen Gewicht und dynamische Belastung aufnehmen.
Wie werden Schwingungen entkoppelt? Schwingungsdämpfer und flexible Anschlüsse können erforderlich sein.
Ist genügend Wartungsraum vorhanden? Motor, Lager, Laufrad und Gehäuse müssen zugänglich bleiben.
Wie wird die Luft ausgeblasen? Abluftführung, Wetterschutz, Schalldämpfung und Nachströmung gemeinsam planen.

Geräusch und Schwingungen

Ventilatorgeräusche entstehen durch Luftströmung, Laufrad, Motor, Lagerung und Wechselwirkungen mit dem Rohrnetz. Hohe Strömungsgeschwindigkeiten, ungünstige Anschlüsse oder instabile Betriebszustände können den Geräuschpegel erhöhen.

  • Ventilator im geeigneten Kennlinienbereich betreiben
  • Ungünstige Ein- und Ausströmbedingungen vermeiden
  • Rohrleitungen ausreichend befestigen
  • Schwingungsentkopplung vorsehen
  • Flexible Verbindungen korrekt einbauen
  • Schalldämpfer bei Bedarf berücksichtigen
  • Ausblasrichtung sorgfältig wählen
  • Geräuschübertragung ins Gebäude vermeiden
  • Ablagerungen und Unwucht kontrollieren
  • Wartungszustand der Lager prüfen
Geräusch kann auf einen technischen Fehler hinweisen

Neue oder veränderte Geräusche können durch Unwucht, Ablagerungen, beschädigte Lager, lose Befestigungen oder einen ungeeigneten Betriebspunkt entstehen und sollten nicht nur akustisch bekämpft werden.

Inbetriebnahme von Ventilator und Steuerung

Vor dem regulären Betrieb müssen Drehrichtung, elektrische Funktionen, Schieberlogik und tatsächliche Luftleistung kontrolliert werden.

  • Mechanische Montage kontrollieren
  • Freien Lauf des Laufrads prüfen
  • Drehrichtung des Ventilators kontrollieren
  • Motorschutz korrekt einstellen
  • Frequenzumrichter parametrieren
  • Schieber- und Maschinenfreigaben testen
  • Druck- oder Volumenstromsensoren prüfen
  • Not-Halt und Störfunktionen testen
  • Typische Betriebszustände durchfahren
  • Luftmengen an relevanten Anschlüssen kontrollieren
  • Stromaufnahme und Motorbelastung prüfen
  • Geräusch und Schwingungen beurteilen
  • Sollwerte dokumentieren
  • Bedienpersonal instruieren
Drehrichtung nicht nur akustisch beurteilen

Ein Ventilator kann auch bei falscher Drehrichtung Luft fördern, jedoch deutlich weniger als vorgesehen. Die Drehrichtung muss deshalb anhand der Kennzeichnung und der tatsächlichen Leistung kontrolliert werden.

Wartung von Ventilator und Steuerung

Regelmässige Kontrollen helfen, Leistungsverlust, Unwucht und elektrische Störungen frühzeitig zu erkennen. Die Intervalle richten sich nach Betriebsdauer, Medium, Aufstellung und Herstellerangaben.

Laufrad und Gehäuse

Auf Ablagerungen, Verschleiss, Beschädigungen und freien Lauf kontrollieren.

Lager und Antrieb

Geräusche, Temperatur, Schmierung, Riemenspannung und Ausrichtung prüfen.

Elektrische Komponenten

Schaltgeräte, Motorschutz, Frequenzumrichter und Anschlüsse kontrollieren.

Sensoren und Steuerung

Messwerte, Grenzwerte, Schiebermeldungen und Störfunktionen regelmässig testen.

Typische Störungen und mögliche Ursachen

Störung Mögliche Ursache
Zu wenig Luftleistung Falsche Drehrichtung, hoher Filterwiderstand, geschlossener Schieber, Rohrverstopfung, falsche Drehzahl oder ungeeigneter Ventilator.
Motor überlastet Ungeeigneter Betriebspunkt, falsche Parametrierung, mechanische Blockade oder zu hohe Drehzahl.
Starke Vibrationen Unwucht, Materialablagerung, beschädigtes Laufrad, lose Befestigung oder Lagerproblem.
Ungewöhnlich hohe Geräusche Turbulenzen, Resonanzen, hohe Strömungsgeschwindigkeit, Lagerschaden oder ungünstige Einbausituation.
Frequenzumrichter meldet Störung Überstrom, Übertemperatur, falsche Motorparameter, Versorgungsschwankung oder mechanische Überlastung.
Drehzahl schwankt Unruhiges Sensorsignal, ungeeignete Regelparameter oder stark wechselnde Schieberstellungen.
Schieber öffnet nicht Fehlendes Maschinensignal, Antrieb defekt, mechanische Blockade oder Steuerungsfehler.
Anlage startet nicht Verriegelung aktiv, Not-Halt ausgelöst, Motorschutz angesprochen oder Freigabesignal fehlt.

Häufige Fehler bei Auswahl und Steuerung

Fehler Mögliche Folge
Ventilator nur nach maximalem Volumenstrom wählen Benötigte Luftmenge wird beim tatsächlichen Druckverlust nicht erreicht.
Motorleistung mit Luftleistung gleichsetzen Falsche Einschätzung der tatsächlich verfügbaren Förderleistung.
Medium nicht berücksichtigen Verschleiss, Ablagerungen, Unwucht oder Sicherheitsprobleme.
Frequenzumrichter ohne Regelkonzept einsetzen Ungeeignete Luftgeschwindigkeiten und instabiler Betrieb.
Schieber und Drehzahl nicht abstimmen Zu hohe oder zu niedrige Luftmengen in einzelnen Betriebszuständen.
Filterbelastung nicht berücksichtigen Absaugleistung sinkt im normalen Betrieb zu stark ab.
Keine Schwingungsentkopplung vorsehen Vibrationen und Geräusche werden in Rohrnetz und Gebäude übertragen.
Störungen nur zurücksetzen Die eigentliche technische Ursache bleibt bestehen und kann Folgeschäden verursachen.

Benötigte Angaben für die Auswahl

Für die technische Einordnung eines Ventilators und der passenden Steuerung werden möglichst vollständige Angaben zur Anlage benötigt.

  • Erforderlicher Volumenstrom
  • Gesamtdruckverlust der Anlage
  • Abzusaugendes Medium
  • Partikelgrösse und Materialmenge
  • Temperatur und Feuchtigkeit
  • Ventilator vor oder nach dem Filter
  • Innen- oder Aussenaufstellung
  • Vorhandene Anschlussdurchmesser
  • Gewünschte Einbauposition
  • Netzspannung und elektrische Infrastruktur
  • Dauerbetrieb oder wechselnde Nutzung
  • Anzahl und Gleichzeitigkeit der Maschinen
  • Manuelle oder automatische Schieber
  • Gewünschte Drehzahlregelung
  • Benötigte Überwachungsfunktionen
  • Geräusch- und Schwingungsanforderungen
  • Brand- oder Explosionsrisiken
  • Geplante spätere Erweiterungen
Allgemeine Angaben ersetzen keine Kennlinienprüfung

Die tatsächliche Ventilatorauswahl muss anhand von Volumenstrom, Druckverlust, Ventilatorkennlinie, Medium und Betriebszuständen erfolgen. Bei sicherheitsrelevanten Anwendungen ist eine anwendungsspezifische Fachplanung erforderlich.

Sie suchen einen passenden Ventilator oder eine Steuerung?

Senden Sie uns Angaben zu Volumenstrom, Druckverlust, Medium, Betriebsweise und vorhandenen Maschinen. Wir unterstützen Sie bei der technischen Einordnung von Ventilator, Frequenzumrichter, Anlaufsteuerung und Schieberlogik.

Häufige Fragen zu Ventilatoren und Steuerungen

Wie wird ein Ventilator für eine Absauganlage ausgewählt?

Entscheidend sind der benötigte Volumenstrom und der zugehörige Gesamtdruckverlust. Zusätzlich müssen Medium, Ventilatoranordnung, Betriebsweise, Temperatur, Geräusch und mögliche Sicherheitsanforderungen berücksichtigt werden.

Warum reicht der maximale Volumenstrom eines Ventilators nicht aus?

Der tatsächliche Volumenstrom hängt vom Widerstand der angeschlossenen Anlage ab. Massgebend ist deshalb die Ventilatorkennlinie beim konkreten Druckverlust und nicht nur der maximal angegebene Luftwert.

Was ist der Betriebspunkt eines Ventilators?

Der Betriebspunkt ist die Kombination aus tatsächlichem Volumenstrom und Druckerhöhung in der angeschlossenen Anlage. Er entsteht am Schnittpunkt von Ventilatorkennlinie und Anlagenkennlinie.

Wann ist ein Frequenzumrichter sinnvoll?

Ein Frequenzumrichter ist sinnvoll, wenn der Luftbedarf wechselt, mehrere Maschinenkombinationen betrieben werden oder der Ventilator bedarfsgerecht geregelt werden soll. Die Mindestluftgeschwindigkeit im Rohrnetz muss dabei erhalten bleiben.

Kann die Ventilatordrehzahl bei geschlossenen Schiebern einfach reduziert werden?

Nur im Rahmen eines abgestimmten Regelkonzepts. Bei zu tiefer Drehzahl können Luftgeschwindigkeit und Materialtransport unzureichend werden. Druck, Volumenstrom und aktive Stränge müssen berücksichtigt werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Materialtransport- und einem Reingasventilator?

Ein Materialtransportventilator kann je nach Ausführung staub- oder spänebeladene Luft fördern. Ein Reingasventilator arbeitet nach dem Filter mit gereinigter Luft. Laufrad und Gehäuse müssen jeweils zur tatsächlichen Belastung passen.

Warum muss die Drehrichtung kontrolliert werden?

Ein Ventilator kann auch bei falscher Drehrichtung Luft bewegen, jedoch deutlich weniger als vorgesehen. Die Drehrichtung muss deshalb bei der Inbetriebnahme eindeutig geprüft werden.

Können Maschinen und Absauganlage elektrisch miteinander verriegelt werden?

Ja. Maschinenfreigaben, Ventilatorlauf, Schieberstellungen und Überwachung können technisch miteinander verknüpft werden. Die erforderliche Logik hängt von Prozess, Anlage und Sicherheitsanforderungen ab.

Sie haben Fragen?
Rufen Sie uns gerne an.

+41 41 787 08 52 info@absaugtechnik.ch