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Wissenscenter · Instandhaltung

Ersatzteile und Zubehör für Absauganlagen

Filterelemente, Schläuche, Dichtungen, Schieber, Sensoren und weitere Komponenten müssen technisch zur vorhandenen Anlage passen. Für eine sichere Auswahl reichen Aussehen oder Anschlussdurchmesser allein oft nicht aus. Entscheidend sind Bauart, Abmessungen, Medium, Betriebsbedingungen und Funktion innerhalb des Gesamtsystems.

Warum Ersatzteile eindeutig bestimmt werden müssen

Ähnlich aussehende Bauteile können sich in Material, Abmessungen, Dichtheit, Druckbeständigkeit, Filterwirkung oder elektrostatischen Eigenschaften unterscheiden. Ein mechanisch passendes Teil ist deshalb nicht automatisch technisch geeignet.

Besonders bei Filterelementen, Ventilatorteilen, Schläuchen und sicherheitsrelevanten Komponenten müssen die ursprüngliche Funktion und die tatsächlichen Betriebsbedingungen bekannt sein.

So viele Identifikationsmerkmale wie möglich angeben

Fotos, Masse, Typenschild, Einbauort, Anschlussdurchmesser, Materialangaben und eine Beschreibung der Anwendung helfen, das benötigte Ersatzteil eindeutig einzugrenzen.

Die Ersatzteilauswahl in fünf Schritten

1

Bauteil erfassen

Funktion, Einbauort und betroffene Anlagenkomponente bestimmen.

2

Daten sichern

Typenschild, Masse, Fotos und vorhandene Unterlagen aufnehmen.

3

Anwendung prüfen

Medium, Temperatur, Druck, Abrieb und Risiken berücksichtigen.

4

Kompatibilität klären

Anschlüsse, Leistung, Material und Steuerung aufeinander abstimmen.

5

Funktion kontrollieren

Ersatzteil korrekt montieren und Anlage anschliessend prüfen.

Typische Ersatz- und Verschleissteile

Filterelemente

Filterpatronen, Filterschläuche, Taschen, Kassetten oder Filtermatten müssen hinsichtlich Abmessungen, Filtermedium, Abreinigung und Stoffeignung passen.

Flexible Schläuche

Schlauchmaterial, Wandstärke, Innendurchmesser, Länge, Abriebfestigkeit, Temperaturbeständigkeit und elektrostatische Eigenschaften sind zu berücksichtigen.

Dichtungen

Dichtungen werden an Filtertüren, Rohrverbindungen, Behältern, Flanschen und Wartungsöffnungen eingesetzt. Material und Geometrie müssen zum Medium und zur Temperatur passen.

Schieber und Klappen

Handschieber, automatische Schieber, Regelklappen und Rückschlagklappen müssen hinsichtlich Ø, Betätigung, Dichtheit und Einbaurichtung geeignet sein.

Ventilatorkomponenten

Laufräder, Lager, Motoren, Riemen, Riemenscheiben, Schwingungsdämpfer und flexible Übergänge müssen zur vorhandenen Ventilatorausführung passen.

Sensoren und Steuerungsteile

Drucksensoren, Differenzdruckanzeigen, Endschalter, Ventile, Schütze und weitere elektrische Komponenten müssen technisch und elektrisch kompatibel sein.

Austragskomponenten

Behälter, Säcke, Schleusenteile, Schneckenkomponenten und Füllstandsensoren unterliegen je nach Medium mechanischem Verschleiss.

Rohrsystem-Zubehör

Rohrverbindungen, Spannschellen, Formteile, Revisionsdeckel, Befestigungen und Übergänge werden für Reparatur, Umbau und Erweiterung benötigt.

Filterelemente eindeutig bestimmen

Bei Filterelementen sind neben Länge und Durchmesser auch Bauform, Filtermedium, Befestigung, Dichtung, Abreinigungsverfahren und Stoffeignung entscheidend.

Angabe Warum sie benötigt wird
Filterbauart Unterscheidung zwischen Patrone, Schlauch, Tasche, Kassette oder anderem Filterelement.
Aussenmasse Länge, Durchmesser, Breite oder Höhe müssen zum Gehäuse passen.
Anschluss und Befestigung Gewinde, Flansch, Bajonett, Spannsystem oder Halterung müssen kompatibel sein.
Dichtungsform Bestimmt die sichere Trennung von Roh- und Reingasseite.
Filtermedium Muss zu Partikelgrösse, Feuchtigkeit, Temperatur und chemischen Eigenschaften passen.
Abreinigungsverfahren Druckluft, Rüttlung oder andere Verfahren stellen unterschiedliche Anforderungen an das Element.
Anwendung und Medium Entscheidet über Eignung, Standzeit und mögliche Sicherheitsanforderungen.
Gleiche Abmessungen bedeuten nicht gleiche Filterwirkung

Zwei Filterelemente können mechanisch austauschbar wirken und dennoch unterschiedliche Filtermedien, Oberflächenbehandlungen oder elektrostatische Eigenschaften besitzen.

Filter beim Austausch richtig behandeln

Der Austausch eines Filterelements betrifft nicht nur das Ersatzteil, sondern auch Dichtflächen, Halterungen und den sicheren Umgang mit dem abgeschiedenen Stoff.

  • Anlage sicher stillsetzen
  • Unbeabsichtigten Wiederanlauf verhindern
  • Geeignete Schutzausrüstung festlegen
  • Altes Element möglichst staubarm ausbauen
  • Dichtflächen sorgfältig reinigen
  • Halterungen auf Beschädigung prüfen
  • Neues Filterelement eindeutig vergleichen
  • Dichtungen korrekt positionieren
  • Element ohne Beschädigung befestigen
  • Ausgebautes Material sicher verpacken
  • Entsorgung entsprechend dem Medium klären
  • Dichtheit nach dem Wechsel prüfen
Ausgangswert nach Filterwechsel dokumentieren

Der Differenzdruck nach dem Einbau neuer Filterelemente sollte im definierten Betriebszustand erfasst werden. Dieser Wert dient später als Vergleich für die zunehmende Filterbelastung.

Den passenden Absaugschlauch auswählen

Ein Ersatzschlauch muss nicht nur denselben Innendurchmesser besitzen. Das abgesaugte Medium und die mechanische Beanspruchung bestimmen, welcher Schlauch technisch geeignet ist.

Auswahlmerkmal Technische Bedeutung
Innendurchmesser Muss zum Anschluss und zur vorgesehenen Luftgeschwindigkeit passen.
Schlauchmaterial Beeinflusst Abriebfestigkeit, Flexibilität, Temperatur- und Medienbeständigkeit.
Wandstärke Bestimmt mechanische Robustheit, Gewicht und Biegsamkeit.
Biegeradius Zu enge Biegungen können Querschnitt, Druckverlust und Lebensdauer beeinträchtigen.
Abrieb Späne, Granulate oder abrasive Stäube können ungeeignete Schlauchwände schnell beschädigen.
Elektrostatische Eigenschaften Müssen bei aufladbaren Medien oder explosionsgefährdeten Anwendungen technisch beurteilt werden.
Temperatur Medium und Umgebung dürfen die zulässige Einsatztemperatur nicht überschreiten.
Bewegung und Unterdruck Der Schlauch muss bei der vorgesehenen Bewegung formstabil und mechanisch belastbar bleiben.
Metallspäne stellen besondere Anforderungen

Scharfkantige oder heisse Metallspäne können Kunststoffschläuche mechanisch und thermisch stark belasten. Für solche Anwendungen sind technisch geeignete Metallschläuche vorrangig zu prüfen. PU-Schläuche kommen nur infrage, wenn sie für die konkrete Belastung nachweislich geeignet sind.

Schläuche sicher anschliessen

Ein geeigneter Schlauch kann seine Funktion nur erfüllen, wenn der Anschluss dicht, mechanisch sicher und ohne schädliche Verformung ausgeführt ist.

  • Passenden Anschlussdurchmesser verwenden
  • Schlauch nicht gewaltsam aufweiten
  • Geeignete Schlauchschellen einsetzen
  • Schlauchende vollständig aufschieben
  • Scharfe Kanten am Anschluss vermeiden
  • Schlauchgewicht ausreichend abstützen
  • Knickstellen und Verdrehung verhindern
  • Bewegungsweg der Maschine prüfen
  • Elektrische Verbindung bei Bedarf sicherstellen
  • Anschluss nach dem Betrieb kontrollieren
Schlauch nicht als tragendes Bauteil verwenden

Ein flexibler Schlauch darf nicht das Gewicht von Rohrleitungen, Ventilatoren oder anderen Komponenten aufnehmen. Zugbelastungen verkürzen die Lebensdauer und können Anschlüsse lösen.

Dichtungen und Dichtprofile

Dichtungen verhindern Nebenluft, Staubaustritt und die Vermischung von Roh- und Reingasseite. Sie unterliegen Alterung, mechanischer Belastung und Materialeinfluss.

Filter- und Wartungstüren

Dichtprofile müssen über den gesamten Umfang gleichmässig anliegen und dürfen nicht eingerissen oder dauerhaft zusammengedrückt sein.

Flanschverbindungen

Form, Dicke und Werkstoff der Dichtung müssen zum Flansch und zur Verschraubung passen.

Behälteranschlüsse

Undichte Sammelbehälter ziehen Nebenluft und können die Abscheidung oder den Materialaustrag beeinflussen.

Schieberdichtungen

Dichtungen an Schiebern reduzieren Nebenluft bei geschlossenem Strang und müssen zur mechanischen Bewegung passen.

Dichtungsmaterial nicht nur nach Form auswählen

Temperatur, chemische Belastung, Feuchtigkeit und mechanische Bewegung können ungeeignete Dichtungen quellen, verhärten oder vorzeitig beschädigen.

Schieber und Klappen ersetzen

Bei Schiebern und Klappen müssen Anschlussdurchmesser, Bauart, Betätigung und gewünschte Dichtheit übereinstimmen. Zusätzlich ist zu prüfen, ob das Bauteil nur absperrt oder auch zur Regelung verwendet wird.

Bauteil Wichtige Auswahlmerkmale
Handschieber Ø, Einbaulage, Betätigungsweg, Zugänglichkeit und Dichtheit.
Pneumatischer Schieber Ø, Betriebsdruck, Antrieb, Endlagenmeldung und Steuerungsanschluss.
Elektrischer Schieber Spannung, Stellzeit, Endschalter, Schutzart und Steuerungsschnittstelle.
Regelklappe Ø, Stellbereich, Achsausführung und vorgesehene Luftregelung.
Rückschlagklappe Strömungsrichtung, Auslösungsverhalten und Einbausituation.
Schieber mit Dichtung Erforderlicher Dichtheitsgrad und Eignung der Dichtung für das Medium.
Bei Ø 160 mm die Ausführung eindeutig angeben

Bei Schiebern können in derselben Grösse Varianten mit oder ohne Dichtung vorhanden sein. Für die Auswahl muss deshalb neben dem Ø auch die benötigte Ausführung angegeben werden.

Rohrteile und Verbindungen ergänzen

Bei Reparaturen und Erweiterungen sollten neue Rohrteile zum vorhandenen Rohrsystem passen. Unterschiedliche Verbindungssysteme, Wandstärken oder Randgeometrien sind nicht ohne geeignete Übergänge kombinierbar.

  • Vorhandenes Rohrsystem identifizieren
  • Rohrdurchmesser exakt messen
  • Verbindungsart dokumentieren
  • Einfachbord, Flansch oder Stecksystem unterscheiden
  • Wandstärke und Unterdruck berücksichtigen
  • Werkstoff und Oberflächenzustand prüfen
  • Formteilwinkel eindeutig bestimmen
  • Einbaurichtung von Abzweigern aufnehmen
  • Montageplatz und Baulänge messen
  • Passende Rohrverbindungen mitbestellen
Gepresste Bögen vor Segmentbögen prüfen

Ist für den benötigten Ø ein technisch geeigneter Pressbogen verfügbar, ist dieser grundsätzlich vor einem Segmentbogen zu bevorzugen. Segmentbögen werden eingesetzt, wenn Grösse oder Anwendung dies erfordern.

Ersatzteile für Ventilatoren

Ventilatorkomponenten sind häufig bauart- und leistungsabhängig. Ein Laufrad oder Motor darf nicht allein anhand ähnlicher Abmessungen ersetzt werden.

Laufrad

Durchmesser, Breite, Drehrichtung, Wellenaufnahme, Schaufelform und zulässige Drehzahl müssen übereinstimmen.

Motor

Leistung, Drehzahl, Baugrösse, Spannung, Schutzart, Montageform und Eignung für Frequenzumrichter sind zu prüfen.

Lager und Welle

Abmessungen, Lagerausführung, Dichtung, Schmierung und mechanische Belastung müssen zur Ventilatorkonstruktion passen.

Riemenantrieb

Riemenprofil, Länge, Riemenscheiben, Übersetzung und Ausrichtung bestimmen Drehzahl und Leistungsübertragung.

Schwingungsdämpfer

Traglast, Anzahl, Bauhöhe und Befestigung müssen auf Ventilator und Unterkonstruktion abgestimmt sein.

Flexible Verbindungen

Querschnitt, Baulänge, Material, Temperatur und mechanische Bewegung bestimmen die geeignete Ausführung.

Laufräder nicht ohne technische Prüfung austauschen

Änderungen an Laufrad, Drehzahl oder Motor können Betriebspunkt, Leistungsaufnahme, Schwingungen und mechanische Belastung verändern. Ein Ersatz muss zur Ventilatorkennlinie und zum Gehäuse passen.

Sensoren und elektrische Komponenten

Elektrische Ersatzteile müssen sowohl technisch als auch elektrisch zur vorhandenen Steuerung passen. Messbereich, Ausgangssignal und Parametrierung sind ebenso wichtig wie die Versorgungsspannung.

Komponente Wichtige Angaben
Drucksensor Messbereich, Versorgung, Ausgangssignal, Anschluss und Medium.
Differenzdruckanzeige Messbereich, Einbaulage, Messanschlüsse und gewünschte Schaltfunktion.
Endschalter Betätigungsart, Kontaktfunktion, Spannung und mechanische Befestigung.
Magnetventil Spannung, Druckbereich, Anschlussgrösse, Durchfluss und Medienverträglichkeit.
Schütz oder Motorschutz Motorleistung, Strombereich, Spulenspannung und Schaltkategorie.
Frequenzumrichter Motorleistung, Netzspannung, Ausgangsstrom, Steuerung und Umgebungsbedingungen.
Elektrische Ersatzteile durch Fachpersonen auswählen

Schutzfunktionen, Motorschutz und Steuerungsschnittstellen müssen nach dem Austausch weiterhin korrekt funktionieren. Elektrische Arbeiten gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Fachpersonen.

Verschleissteile am Materialaustrag

Austragskomponenten arbeiten direkt mit dem abgeschiedenen Material und können durch Abrieb, Fremdkörper oder Verkleben belastet werden.

  • Zellen und Dichtleisten von Schleusen prüfen
  • Lager und Wellen kontrollieren
  • Antriebsmotor und Getriebe identifizieren
  • Schneckenflügel auf Verschleiss prüfen
  • Behälterdichtungen kontrollieren
  • Sackhalterungen und Spannringe prüfen
  • Füllstandsensoren reinigen und testen
  • Austragsöffnungen auf Anhaftung kontrollieren
  • Fremdkörper und Blockierungen dokumentieren
  • Materialeigenschaften bei wiederholtem Verschleiss prüfen
Wiederholte Blockierung technisch untersuchen

Häufige Störungen am Austrag können durch zu feuchtes oder klebriges Material, falsche Drehrichtung, ungeeignete Baugrösse oder einen unzureichenden Entleerungsrhythmus verursacht werden.

Welche Ersatzteile sollten bevorratet werden?

Eine sinnvolle Ersatzteilbevorratung richtet sich nach Ausfallrisiko, Lieferzeit, Verschleiss und Bedeutung der Anlage für die Produktion.

Regelmässige Verschleissteile

  • Filterelemente
  • Dichtungen
  • Flexible Schläuche
  • Riemen
  • Schlauch- und Rohrverbindungen

Kritische Funktionsteile

  • Sensoren
  • Magnetventile
  • Endschalter
  • Schütze und Motorschutz
  • Schieberantriebe

Anlagenspezifische Sonderteile

  • Spezielle Filterhalterungen
  • Individuelle Dichtprofile
  • Sonderlaufräder
  • Austragskomponenten
  • Steuerungsmodule

Verbrauchs- und Montagezubehör

  • Spannschellen
  • Befestigungsmaterial
  • Rohrverbindungen
  • Geeignete Dichtmittel
  • Kennzeichnungen
Ersatzteile eindeutig beschriften

Lagerteile sollten mit Anlage, Einbauort und technischer Zuordnung gekennzeichnet sein. So wird vermieden, dass ein ähnlich aussehendes, aber ungeeignetes Teil montiert wird.

Ersatzteile richtig lagern

Filter, Dichtungen, Schläuche und elektrische Komponenten können auch im Lager altern oder beschädigt werden. Die Lagerbedingungen müssen zum jeweiligen Material passen.

Ersatzteil Lagerhinweis
Filterelemente Trocken, sauber, gegen Verformung und mechanische Beschädigung geschützt lagern.
Dichtungen Vor Licht, Hitze, Chemikalien und dauerhafter Verformung schützen.
Schläuche Nicht knicken, quetschen oder dauerhaft unter Zug lagern.
Lager und Motoren Trocken, sauber und entsprechend den Herstellerangaben lagern.
Elektrische Komponenten Vor Feuchtigkeit, Staub, elektrostatischer Beschädigung und falscher Zuordnung schützen.
Rohrteile Gegen Verformung, Korrosion und Beschädigung der Anschlusskanten sichern.

Was tun, wenn das Originalteil nicht mehr verfügbar ist?

Ist ein Bauteil abgekündigt oder nicht eindeutig identifizierbar, muss seine technische Funktion vollständig aufgenommen werden. Ein Ersatz kann nur dann beurteilt werden, wenn Anschluss, Leistung, Material und Betriebsbedingungen bekannt sind.

  • Alle vorhandenen Unterlagen zusammentragen
  • Bauteil vollständig fotografieren
  • Aussen- und Anschlussmasse aufnehmen
  • Funktion im System beschreiben
  • Medium und Betriebsbedingungen angeben
  • Elektrische Daten dokumentieren
  • Steuerungsschnittstellen aufnehmen
  • Erforderliche Dichtheit bestimmen
  • Sicherheitsrelevanz beurteilen
  • Einbauplatz und mögliche Anpassungen prüfen
  • Auswirkung auf die Gesamtanlage bewerten
  • Funktion nach dem Ersatz neu kontrollieren
Kein ungeprüfter Ersatz bei sicherheitsrelevanten Bauteilen

Komponenten des Brand- und Explosionsschutzes, Überwachungen, Verriegelungen und tragende beziehungsweise rotierende Bauteile dürfen nicht durch ungeprüfte Alternativen ersetzt werden.

Diese Angaben beschleunigen die Ersatzteilsuche

  • Bezeichnung der betroffenen Anlage
  • Foto des vollständigen Bauteils
  • Detailfotos von Anschlüssen und Befestigung
  • Foto des Typenschilds
  • Alle vorhandenen Nummern und Beschriftungen
  • Aussen- und Einbaumasse
  • Anschlussdurchmesser
  • Einbauort innerhalb der Anlage
  • Funktion des Bauteils
  • Abzusaugendes Medium
  • Temperatur und Betriebsbedingungen
  • Elektrische Daten
  • Beschreibung des Schadens
  • Benötigte Stückzahl
  • Dringlichkeit und gewünschter Termin
  • Vorhandene Betriebs- oder Montageunterlagen
Massstab auf Fotos verwenden

Ein Meterstab oder eine gut erkennbare Massangabe im Bild erleichtert die Einordnung. Für Filter, Dichtungen und Rohrteile sollten die relevanten Masse zusätzlich schriftlich angegeben werden.

Kontrolle nach dem Ersatz

Nach dem Austausch muss geprüft werden, ob das Bauteil korrekt montiert ist und die Anlage wieder den vorgesehenen Zustand erreicht.

  • Mechanisch festen Sitz prüfen
  • Dichtungen und Verbindungen kontrollieren
  • Freie Bewegung sicherstellen
  • Elektrische Anschlüsse prüfen
  • Drehrichtung kontrollieren
  • Sensorwerte auf Plausibilität prüfen
  • Schieber- und Steuerungsfunktion testen
  • Filterdifferenzdruck dokumentieren
  • Luftleistung mit Referenzwert vergleichen
  • Geräusch und Schwingungen beurteilen
  • Prozessbetrieb unter Last prüfen
  • Dokumentation und Ersatzteilliste aktualisieren
Ursache des ursprünglichen Schadens klären

Wird nur das beschädigte Teil ersetzt, ohne die Ursache zu beheben, kann der neue Bestandteil erneut ausfallen. Verschleiss, Überlastung, falsche Einstellung oder ungeeignete Betriebsbedingungen müssen zusätzlich geprüft werden.

Häufige Fehler bei Ersatzteilen und Zubehör

Fehler Mögliche Folge
Ersatzteil nur nach Foto auswählen Abmessungen oder technische Eigenschaften stimmen nicht vollständig überein.
Filter nur nach Aussenmass bestimmen Ungeeignetes Filtermedium oder falsche Dichtung wird eingesetzt.
Schlauch nur nach Ø auswählen Unzureichende Abrieb-, Temperatur- oder Medienbeständigkeit.
Ungeeignete Dichtung verwenden Nebenluft, Materialaustritt oder vorzeitige Alterung.
Schiebervariante nicht eindeutig bestimmen Dichtheit oder Betätigung entspricht nicht der Anwendung.
Motor nur nach Leistung ersetzen Drehzahl, Bauform oder elektrische Daten passen nicht.
Sensor mit falschem Messbereich einsetzen Unplausible Werte und fehlerhafte Regelung.
Provisorische Reparatur dauerhaft nutzen Wiederkehrende Leckage oder mechanisches Versagen.
Montage ohne Funktionskontrolle Fehler wird erst im Produktionsbetrieb erkannt.
Schadensursache nicht untersuchen Das neue Ersatzteil fällt erneut aus.

Sie benötigen ein Ersatzteil für Ihre Absauganlage?

Senden Sie uns Fotos, Masse, Typenschildangaben, Einbauort und eine kurze Beschreibung der Anwendung. Wir unterstützen Sie bei der technischen Identifikation und bei der Auswahl eines geeigneten Ersatz- oder Verschleissteils.

Häufige Fragen zu Ersatzteilen und Zubehör

Welche Angaben werden für die Identifikation eines Ersatzteils benötigt?

Hilfreich sind Fotos, Typenschildangaben, vorhandene Nummern, Abmessungen, Anschlussdurchmesser, Einbauort, Funktion und Angaben zum abgesaugten Medium. Je vollständiger die Daten sind, desto sicherer lässt sich das Teil bestimmen.

Kann ein Filterelement nur anhand seiner Abmessungen ausgewählt werden?

Nein. Zusätzlich müssen Filtermedium, Dichtung, Befestigung, Abreinigungsverfahren, Temperatur und Stoffeignung berücksichtigt werden. Mechanisch gleiche Filter können technisch unterschiedliche Eigenschaften besitzen.

Reicht beim Absaugschlauch derselbe Innendurchmesser aus?

Nein. Schlauchmaterial, Wandstärke, Abriebfestigkeit, Temperaturbeständigkeit, Biegeradius und elektrostatische Eigenschaften müssen ebenfalls zur Anwendung passen.

Wann sollte ein beschädigter Schlauch ersetzt werden?

Ein Ersatz ist insbesondere bei Rissen, starkem Abrieb, beschädigter Spirale, bleibender Verformung oder unsicherem Anschluss erforderlich. Provisorische Abdichtungen sind keine dauerhafte Lösung.

Was muss bei einem Ersatzschieber angegeben werden?

Benötigt werden mindestens Rohrdurchmesser, Bauart, Betätigungsform, Einbaulage und gewünschte Dichtheit. Bei automatischen Schiebern kommen Spannung, Steuerung und Stellungsrückmeldung hinzu.

Kann ein Ventilatormotor durch einen Motor mit gleicher Leistung ersetzt werden?

Nicht automatisch. Zusätzlich müssen Drehzahl, Baugrösse, Montageform, Spannung, Schutzart, Wellenabmessung und die Eignung für die vorhandene Steuerung beziehungsweise den Frequenzumrichter passen.

Welche Ersatzteile sollten auf Lager gehalten werden?

Sinnvoll sind häufig benötigte Verschleissteile sowie Komponenten, deren Ausfall die Produktion stoppt. Dazu können Filter, Dichtungen, Schläuche, Riemen, Sensoren, Ventile oder Schieberantriebe gehören.

Muss die Anlage nach dem Austausch eines Ersatzteils geprüft werden?

Ja. Je nach Bauteil müssen Dichtheit, mechanischer Sitz, Drehrichtung, Sensorwerte, Steuerungsfunktion, Luftleistung oder Prozessbetrieb kontrolliert und dokumentiert werden.

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