Abzweiger 90° reduziert für Spiralfalzrohre
Abzweiger 90° reduziert aus sendzimirverzinktem Stahl kombinieren eine rechtwinklige Verzweigung mit einer anschliessenden Reduktion der Hauptleitung. Der Hauptrohr-Ø D wird zunächst bis zur Abzweigstelle weitergeführt; erst danach geht der Hauptstrang auf den kleineren Ø d über. Der seitliche 90°-Abgang d1 wird passend zur benötigten Nebenleitung gewählt.
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Abzweiger 90° reduziert verbinden drei Funktionen innerhalb eines Formteils: Die Hauptleitung wird bis zur Verzweigung im ursprünglichen Ø weitergeführt, ein seitlicher Rohrstrang zweigt im Winkel von 90° ab und der weiterführende Hauptstrang wird nach der Abzweigstelle auf einen kleineren Ø reduziert. Dadurch können Verzweigung und Querschnittsanpassung kompakt miteinander kombiniert werden.
Verzweigung mit anschliessender Reduktion
Das wesentliche Merkmal dieser Ausführung ist die Position der Reduktion. Der ursprüngliche Hauptrohrdurchmesser bleibt bis zur eigentlichen Abzweigstelle erhalten.
Erst nach dem 90°-Abgang verjüngt sich der weiterführende Hauptstrang auf den gewünschten kleineren Rohrdurchmesser.
Damit unterscheidet sich diese Bauart klar von einem normalen 90°-Abzweiger mit durchgehend gleichem Hauptrohr-Ø und ebenso von der separat geführten direkt reduzierten Ausführung.
D = Ausgangsgrösse
Der Ø D bezeichnet die Hauptleitung vor und bis zur Verzweigung und bildet die feste Ausgangsgrösse des Formteils.
d1 = variabler 90°-Abgang
Der seitliche Abgang d1 wird passend zur benötigten Nebenleitung und deren erforderlicher Rohrdimension gewählt.
d = reduzierter Hauptstrang
Nach der Abzweigstelle geht die Hauptleitung auf den gewünschten kleineren Ø d über.
D, d1 und d richtig bestimmen
Für einen reduzierten Abzweiger müssen drei Rohrdimensionen festgelegt werden.
D bezeichnet den Ø der Hauptleitung vor der Verzweigung. Diese Grösse bildet die Basis für die Auswahl des Produktes.
d1 bezeichnet den Ø des seitlichen 90°-Abgangs und richtet sich nach der benötigten Dimension des angeschlossenen Nebenstrangs.
d bezeichnet den Ø der weiterführenden Hauptleitung nach der Abzweigung und Reduktion.
Beispiel für die Dimensionierung
Eine Hauptleitung kommt beispielsweise mit Ø D = 500 mm zur Abzweigstelle. Dort soll ein Nebenstrang mit Ø d1 = 250 mm rechtwinklig abgehen.
Da nach dieser Verzweigung weniger Luft in der Hauptleitung weitergeführt werden soll, kann der weiterführende Strang beispielsweise auf einen entsprechend ausgelegten kleineren Ø d reduziert werden.
Welche Dimension d tatsächlich erforderlich ist, muss aus der verbleibenden Luftmenge und der strömungstechnischen Auslegung des nachfolgenden Leitungsabschnitts bestimmt werden.
Warum die Reduktion nach dem Abzweig sinnvoll sein kann
Nach einer Verzweigung kann sich die durch den Hauptstrang weiterzuführende Luftmenge reduzieren, weil ein Teil des Volumenstroms über den seitlichen Abgang geführt wird.
In solchen Situationen kann auch für den weiteren Leitungsabschnitt ein kleinerer Rohrquerschnitt sinnvoll sein. Die reduzierte Ausführung ermöglicht diese Anpassung unmittelbar nach der Abzweigstelle.
Der reduzierte Rohrdurchmesser sollte jedoch nicht pauschal gewählt werden. Entscheidend sind die tatsächlich verbleibende Luftmenge, gewünschte Strömungsgeschwindigkeit und Druckverluste des nachfolgenden Rohrnetzes.
Standard, reduziert oder direkt reduziert?
Für die 90°-Verzweigung stehen unterschiedliche Bauformen zur Verfügung, die nicht miteinander verwechselt werden sollten.
Beim Abzweiger 90° Standard bleibt die Hauptleitung vor und nach der Verzweigung auf demselben Ø. Lediglich der seitliche Abgang kann eine andere Dimension besitzen.
Beim Abzweiger 90° reduziert bleibt D bis zur Abzweigstelle erhalten. Erst danach reduziert sich der weiterführende Hauptstrang auf d.
Der Abzweiger 90° direkt reduziert ist eine separate Bauform, bei der die Querschnittsänderung konstruktiv direkt mit der Verzweigung kombiniert wird. Welche Ausführung benötigt wird, hängt von der geplanten Leitungsgeometrie ab.
Wann ist die reduzierte Ausführung sinnvoll?
Diese Bauart eignet sich besonders für Rohrnetze, bei denen nach einer Verzweigung weniger Luft durch die weiterführende Hauptleitung transportiert wird und deren Querschnitt deshalb angepasst werden soll.
Statt einen normalen Abzweiger und unmittelbar danach eine separate Reduktion einzubauen, können beide Funktionen innerhalb eines Formteils zusammengefasst werden.
Dadurch lässt sich eine kompakte und klar definierte Leitungsführung realisieren. Voraussetzung ist, dass die benötigten Dimensionen D, d1 und d bereits bei der Planung feststehen.
90°-Abgang für kompakte Verzweigungen
Der Nebenstrang wird rechtwinklig aus der Hauptleitung herausgeführt. Dadurch eignet sich der 90°-Abzweiger insbesondere für Einbausituationen, bei denen eine Nebenleitung unmittelbar seitlich von der Haupttrasse weggeführt werden muss.
Gegenüber 30°- oder 45°-Abzweigern benötigt der rechtwinklige Abgang weniger Länge entlang der Haupttrasse, erzeugt jedoch eine stärkere Umlenkung des abgehenden Luftstroms.
Wenn ausreichend Platz vorhanden ist und der Leitungsverlauf es zulässt, können deshalb auch flachere Abzweigwinkel geprüft werden.
Luftmengen vor und nach der Verzweigung
Vor der Verzweigung transportiert die Hauptleitung den gesamten an dieser Stelle vorhandenen Luftvolumenstrom.
An der Abzweigstelle wird ein Teil davon über d1 in den Nebenstrang geführt. Die verbleibende Luftmenge strömt über den reduzierten Hauptstrang d weiter.
Diese Luftmengenaufteilung ist für die richtige Dimensionierung von d1 und d entscheidend. Das Formteil selbst regelt die Volumenströme nicht automatisch.
Ø d nicht einfach nach Gefühl reduzieren
Die Verringerung des Hauptrohrdurchmessers sollte sich aus der verbleibenden Luftmenge ergeben.
Wird d zu klein gewählt, steigt bei gleicher Luftmenge die Strömungsgeschwindigkeit und damit auch der Druckverlust. Ein unnötig grosser Querschnitt führt dagegen zu einer entsprechend niedrigeren Strömungsgeschwindigkeit.
Der weiterführende Rohrdurchmesser sollte deshalb gemeinsam mit dem gesamten nachfolgenden Leitungsweg ausgelegt werden.
Druckverluste von Verzweigung und Reduktion berücksichtigen
Bei diesem Formteil finden sowohl eine Luftstromaufteilung als auch eine Querschnittsänderung statt. Beide beeinflussen den Strömungswiderstand des Rohrsystems.
Zusätzlich wirken sich Rohrdurchmesser, Luftgeschwindigkeit, Luftmengenverteilung und die nachfolgenden Leitungsabschnitte auf den tatsächlichen Druckverlust aus.
In grösseren Rohrnetzen sollte der reduzierte Abzweiger deshalb gemeinsam mit Bögen, weiteren Verzweigungen, Regulierelementen und geraden Rohrstrecken in der Gesamtauslegung berücksichtigt werden.
Einsatz in verzweigten Luftführungssystemen
Reduzierte Abzweiger eignen sich besonders für Hauptleitungen, aus denen nacheinander mehrere Nebenstränge versorgt oder abgeführt werden.
Nach jedem Abzweig kann sich die benötigte Luftmenge im weiterführenden Hauptstrang verändern. Entsprechend kann es sinnvoll sein, auch den Rohrquerschnitt stufenweise an die verbleibende Luftmenge anzupassen.
Die einzelnen Rohrdimensionen sollten dabei aus der Gesamtplanung des Systems hervorgehen und nicht unabhängig voneinander festgelegt werden.
Abzweiger für Abluft und industrielle Luftführung
Die reduzierten 90°-Abzweiger gehören zum Spiralfalzrohrsystem für Abluft, Zu- und Fortluft sowie allgemeine industrielle Luftführung.
Sie ermöglichen verzweigte Rohrnetze, bei denen der Querschnitt der Hauptleitung nach einer Verzweigung gezielt angepasst werden soll.
Je nach Medium und Betriebsbedingungen kann das System auch für ausgewählte leichte Absauganwendungen eingesetzt werden. Für materialführende Absaugungen mit grösseren Staub- oder Spänemengen, abrasiven Medien oder höherer mechanischer Belastung sollte geprüft werden, ob ein speziell dafür ausgelegtes Absaugrohrsystem die technisch passendere Lösung ist.
Einbauraum und Anschlusspositionen prüfen
Vor der Bestellung sollten nicht nur die drei benötigten Rohrdurchmesser, sondern auch die räumlichen Verhältnisse an der Einbaustelle geprüft werden.
Der rechtwinklige Abgang benötigt seitlich ausreichend Platz für die anschliessende Nebenleitung. Gleichzeitig muss auf der weiterführenden Seite genügend Raum für den reduzierten Hauptstrang und dessen Verbindungselemente vorhanden sein.
Bei bestehenden Anlagen sind eine Skizze mit D, d1 und d sowie Fotos der Einbausituation besonders hilfreich.
Montage und Befestigung
Der reduzierte Abzweiger sollte spannungsarm zwischen den angrenzenden Rohrkomponenten montiert werden. Alle drei Rohranschlüsse müssen sauber ausgerichtet sein.
Sowohl der seitliche Nebenstrang als auch die weiterführende Hauptleitung sollten ausreichend abgestützt werden. Das Eigengewicht der Rohrleitungen darf nicht dauerhaft über das Formteil und dessen Verbindungsstellen getragen werden.
Bei grossen Rohrdimensionen muss zusätzlich das Eigengewicht des Abzweigers selbst in der Befestigungsplanung berücksichtigt werden.
Beratung zu Abzweigern 90° reduziert
Für die Auswahl benötigen wir den Hauptrohr-Ø D vor der Verzweigung, den benötigten Abgangs-Ø d1 und den weiterführenden Hauptrohr-Ø d nach der Reduktion. Bei bestehenden Anlagen helfen eine einfache Skizze und Fotos der Einbausituation. Wir unterstützen Sie bei der Festlegung der passenden Dimensionen und bei der Entscheidung zwischen Standard-, reduzierter und direkt reduzierter Ausführung.
FAQ – Häufige Fragen zu Abzweigern 90° reduziert
Was ist ein Abzweiger 90° reduziert?
Das Formteil kombiniert einen rechtwinkligen Abgang mit einer anschliessenden Reduktion der weiterführenden Hauptleitung.
Was bedeutet D?
D bezeichnet den Ø der Hauptleitung vor und bis zur Abzweigstelle.
Was bedeutet d1?
d1 bezeichnet den Ø des seitlichen 90°-Abgangs und wird passend zur benötigten Nebenleitung gewählt.
Was bedeutet d?
d bezeichnet den Ø der weiterführenden Hauptleitung nach der Abzweigung und Reduktion.
Wo erfolgt bei dieser Ausführung die Reduktion?
Der Hauptrohr-Ø D bleibt bis zur Abzweigstelle erhalten. Erst nach dem seitlichen Abgang reduziert sich die weiterführende Hauptleitung auf Ø d.
Was ist der Unterschied zur direkt reduzierten Ausführung?
Beim hier beschriebenen Abzweiger erfolgt die Reduktion erst nach der Abzweigstelle. Der direkt reduzierte Abzweiger besitzt eine andere konstruktive Geometrie und wird deshalb als separate Produktgruppe geführt.
Wie wird der Ø d der weiterführenden Hauptleitung bestimmt?
Er sollte aus der nach dem Abzweig verbleibenden Luftmenge, der gewünschten Strömungsgeschwindigkeit und den Druckverlusten des nachfolgenden Rohrsystems abgeleitet werden.